Pessachim — Blatt 109a
1am Vorabend des Pesaḥfestes Rostähren und Nüsse, damit sie nicht einschlafen, und [nach dem Grunde] fragen. Man erzählt von R. A͑qiba, daß er am Vorabend des Pesaḥfestes an die Kinder Rostähren und Nüsse zu verteilen pflegte, damit sie nicht einschliefen, und [nach dem Grunde] fragten. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Man hasche am Pesaḥabend nach dem Gesäuerten, damit die Kinder nicht einschlafen.
2Es wird gelehrt: Man erzählt von R. A͑qiba, daß er lebtags nie gesagt habe, es sei Zeit, das Lehrhaus zu verlassen, ausgenommen an den Vorabenden des Pesaḥfestes und des Versöhnungstages; am Vorabend des Pesaḥfestes wegen der Kinder, damit sie nicht einschlafen, und am Vorabend des Versöhnungstages, um die Kinder zum Essen zu ermahnen.
3Die Rabbanan lehrten: Es ist Pflicht, seine Kinder und Familienangehörigen am Feste zu erfreuen, denn es heißt:du sollst an deinem Feste fröhlich sein &c. Womit erfreue man sie? Mit Wein.
4R. Jehuda sagt: Männer mit dem, was für sie geeignet ist, und Frauen mit dem, was für sie geeignet ist. – Männer mit dem, was für sie geeignet ist, mit Wein; womit Frauen? R. Joseph lehrte: In Babylonien mit bunten Gewändern, im Jisraélland mit gebleichten Linnengewändern.
5Es wird gelehrt: R. Jehuda b.Bethera sagte: Zur Zeit, da der Tempel bestanden hatte, gab es keine Festfreude ohne Fleisch, wie es heißt :du sollst Heilsopfer schlachten und dort essen; du sollst vor dem Herrn, deinem Gott, fröhlich sein; jetzt aber, wo der Tempel nicht mehr besteht, gibt es keine Festfreude ohne Wein, denn es heißt: der Wein erfreut das Herz des Menschen.
6R. Jiçḥaq sagte: In Sepphoris gab es ein Maßfür Salztunke, das dem Log im Tempel ähnlich war, und mit diesem bestimmte man das Viertellog für das Pesaḥfest. R. Joḥanan sagte: In Ṭiberias gab es ein altes Achtel [kab], das um ein Viertel größer war als das jetzige, und mit diesem bestimmte man das Viertellog für das Pesaḥfest.
7R. Ḥisda sagte: Das Viertellog der Tora hat [einen Umfang von] zwei zu zwei, bei einer Höhe von zweieinhalb und einem Fünftel Fingerbreiten. So wird auch gelehrt :er bade seinen Leib im Wasser, nichts darf zwischen seinem Leibe und dem Wasser trennen; im Wasser, in einem Tauchbade ; den ganzen Leib im Wasser, es muß den ganzen Leib umgeben. Wieviel ist dies?
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.