Pessachim — Blatt 13b

1wenn der Verlust verhältnismäßig ist; wenn aber mehr als verhältnismäßig, so verkaufe er sie [nach aller Ansicht] vor Gericht, und um so mehr hierbei, wo es gänzlich unbrauchbar werden würde.

2FERNER SAGTE R. JEHUDA: ZWEI BROTE &C. Ein Schüler rezitierte vor R. Jehuda: Auf dem Säulengang. Da sprach dieser zu ihm: Sollten sie denn versteckt werden!? Lies: auf dem Dache des Säulengangs.

3Reḥaba sagte im Namen R. Jehudas: Der Tempelberg hatte eine Doppelstoa. Ebenso wird gelehrt: Der Tempelberg hatte eine Doppelstoa. R. Jehuda sagte: Es war ein Säulengang, eine Stoa innerhalb einer Stoa.

4UNTAUGLICHE &C. Weshalb untaugliche? R. Ḥanina erwiderte: Da es viele waren, wurden sie durch das Übernachten untauglich. Es wird nämlich gelehrt: Man darf am Pesaḥfeste keine Dankopfer darbringen, wegen der dazu gehörenden gesäuerten [Brote]. –

5Selbstverständlich!? R. Ada b. Ahaba erwiderte: Dies gilt vom vierzehnten [Nisan], und er ist der Ansicht, man dürfe kein Geheiligtes in den Untauglichkeitsraumbringen.

6Deshalb brachten sie alle am dreizehnten dar, und da es viele waren, wurden sie durch das Übernachten untauglich.

7Im Namen R. Jannajs sagten sie: Es waren taugliche, und nur deshalb nennt er sie untauglich, weil das zu diesen gehörende Schlachtopfer nicht geschlachtet worden war. – Sollte man es doch geschlachtet haben!? – Wenn das Schlachtopfer abhanden gekommen war. –

8Sollte man ein anderes Opfer geholt und es geschlachtet haben!? – Wenn [der Darbringende] bestimmt hat: Dieses sei das Dankopfer und dieses das dazu gehörende Brot. Dies nach Rabba, denn Rabba sagte: Ist das Brot abhanden gekommen, so hole man ein anderes Brot, ist aber das Dankopfer abhanden gekommen, so hole man kein anderes Dankopfer, denn das Brot wird zum Dankopfer [dargebracht], nicht aber das Dankopfer zum Brote. –

9Man konnte es ja auslösen und profan werden lassen!? – Vielmehr, tatsächlich wenn das Opfer geschlachtet, das Blut aber ausgeschüttet wurde. –

10Wohl nach Rabbi, denn Rabbi sagte, daß, wenn zwei Dinge die Erlaubtmachungbewirken, sie durch das eine ohne das andere erfolgen könne. Es wird nämlich gelehrt: Die Lämmer des Wochenfestes heiligen das Brotnur durch das Schlachten. Zum Beispiel: hat man sie auf ihren Namen geschlachtet und das Blut auf ihren Namen gesprengt, so ist das Brot heilig;

11hat man sie auf einen anderen Namen geschlachtet und das Blut auf einen anderen Namen gesprengt, so ist das Brot nicht heilig; hat man sie auf ihren Namen geschlachtet und das Blut auf einen anderen Namen gesprengt, so ist das Brot heilig und nicht heilig – so Rabbi.

12R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, das Brot sei nur dann heilig, wenn man sie auf ihren Namen geschlachtet und auf ihren Namen das Blut gesprengt hat. –

13Du kannst auch sagen, nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, nur gilt dies von dem Falle, wenn das Blut bereits in einen Becher aufgenommen worden war und ausgeschüttet wurde,

14und R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n ist der Ansicht seines Vaters, welcher sagt, was zum Sprengen dasteht, gelte als gesprengt.

15Es wird gelehrt: Im Namen R. Elea͑zars sagten sie, es waren brauchbare; solange beide lagen, aß das ganze Volk [Gesäuertes]; wurde eines fortgenommen, befand es sich in der Schwebe, weder aßen sie es, noch verbrannten sie es; wurden beide fortgenommen, begann das ganze Volk, es zu verbrennen.

16Es wird gelehrt: Abba Šaúl sagte:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.