Pessachim — Blatt 14b
1Hier handelt es sich um eine Leuchte aus Metall, und da der Allbarmherzige sagt: durch Schwert Erschlagenen, woraus wir folgern, das Schwert gleiche dem Erschlagenen, so ist [das Metallgerät] erstgradig, und er ist der Ansicht, man dürfe das Drittgradige erstgradig machen. –
2Was veranlaßt R. Jehuda, dies auf eine Leuchte aus Metall zu beziehen, er könnte es ja auf eine Leuchte aus Ton beziehen,
3und die Hinzufügung besteht darin: da wird von Unreinem mit Unreinem gesprochen, hier aber von Untauglichem mit Unreinem!?
4Raba erwiderte: Unsere Mišna ist ihm auffallend: weshalb lehrte er es von einer Leuchte, die durch einen Leichen unreinen unrein wurde, er sollte doch schlechthin lehren: die unreinwurde!?
5Das, wobei die Unreinheit durch einen Leichnam sich von der Unreinheit durch ein Kriechtier unterscheidet, ist das Metall.
6Raba sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß R. A͑qiba der Ansicht ist, die Verunreinigungsfähigkeit der Flüssigkeiten, anderes unrein zu machen, sei aus der Tora, denn wolltest du sagen, nur rabbanitisch, welchen Einfluß hätte dann die Leuchte auf das Öl, das ja schon an sich untauglich ist!? –
7Wieso denn, vielleicht insofern, als es fortan anderes rabbanitisch unrein macht!? – Wenn nur rabbanitisch, so brauchte es ja keine Urunreinheit zu sein, auch durch erstgradige oder zweitgradige [Unreinheit] wird es ja Erstunreines.
8Wir haben nämlich gelernt: Alles, was die Hebe untauglichmacht, macht Flüssigkeiten unrein, daß sie Erstunreines werden, ausgenommen derjenige, der am selben Tage untergetaucht ist.
9Vielmehr ist hieraus zu schließen, daß dies aus der Tora ist.
10R. MEÍR SAGTE: AUS IHREN WORTEN LERNEN WIR &C. Aus wessen Worten, wollte man sagen, aus den Worten R. Ḥaninas des Priesterpräses, so ist es ja nicht gleich: da handelt es sich um Unreines mit Unreinem, hier aber um Reines mit Unreinem;
11und wollte man sagen, aus den Worten R. A͑qibas, so ist es ja ebenfalls nicht gleich: da handelt es sich um Untaugliches mit Unreinem, hier aber um Reines mit Unreinem!?
12Es wäre also zu entnehmen, daß R. Meír der Ansicht ist, unsre Mišna spreche von einer Urunreinheit der Tora und einer rabbanitischen erstgradigen Unreinheit, die nach der Tora als rein gilt,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.