Pessachim — Blatt 16b
1Blut, das nicht wie Wasser fortgegossen wird, macht nicht verunreinigungsfähig. R. Šemuél b. Ami wandte ein: Das nachfließende Blutist ja ebenfalls wie Wasser fortzugießen, dennoch macht es nicht verunreinigungsfähig!?
2R. Zera erwiderte ihm: Laß das nachfließende Blut, das sogar bei Profanem nicht verunreinigungsfähig macht.
3R. Šemuél b. Ami erkannte dies an, denn der Allbarmherzige sagt:nur sei fest, das Blut nicht zu essen, denn das Blut ist das Leben; das Blut, mit dem das Leben ausgeht, heißt Blut, das Blut aber, mit dem das Leben nicht ausgeht, heißt nicht Blut. –
4Komm und höre: Wenn das Opferblut unrein geworden ist und man es gesprengt hat, so ist es, wenn versehentlich, wohlgefällig, und wenn vorsätzlich, nicht wohlgefällig!? – Rabbanitisch, gegen die Ansicht des R. Jose b. Joe͑zer aus Çereda. –
5Komm und höre: Wann macht das Stirnblatt[das Opfer] wohlgefällig? Wenn das Blut, das Fleisch oder das Fett unrein geworden ist, ob versehentlich oder vorsätzlich, ob gezwungen oder willig, ob bei einem einzelnen oder bei einer Gemeinde!? –
6Rabbanitisch, gegen die Ansicht des Joseph b. Joe͑zer aus Çereda. –
7Komm und höre:Ahron soll die Verfehlungen inbetreff der heiligen Dinge auf sich nehmen;
8welche Verfehlungen sollte er auf sich nehmen: wenn die der Verwerflichkeit, so heißt es ja bereits: es wird nicht wohlgefällig machen, wenn die des Übriglassens, so heißt es ja bereits: es wird ihm nicht angerechnet werden!?
9Vielmehr nimmt er auf sich die Verfehlung der Unreinheit, die aus der Allgemeinheit heraus bei der Gemeindeerlaubt worden ist. Doch wohl bei Unreinheit des Blutes!? R. Papa erwiderte: Nein, bei Unreinheit des Handvolls. –
10Komm und höre: Gesetzt, es tränt jemand im Zipfel seines Gewandes heiliges Fleisch und berührt mit seinem Zipfel Brot oder Gekochtes oder Wein oder Öl oder irgend etwas Genießbares, wird es dadurch geheiligt? Da erwiderten die Priester und sprachen: Nein.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.