Pessachim — Blatt 29b

1R. Josephs folgenderweise : Alle stimmen überein, man dürfe Heiligengut nicht auslösen, um es Hunden zu fressen zu geben, hier aber streiten sie darüber, ob das, was Geld vertritt, dem Gelde gleiche;

2derjenige, welcher sagt, er habe eine Veruntreuung begangen, ist der Ansicht, was Geld vertritt, gleiche dem Gelde, und derjenige, welcher sagt, er habe keine Veruntreuung begangen, ist der Ansicht, was Geld vertritt, gleiche nicht dem Gelde.

3R. Aḥa b.Ja͑qob sagte: Alle stimmen überein, was Geld vertritt, gleiche dem Gelde, hier aber führen sie denselben Streit wie R. Jehuda und R. Šimo͑n; derjenige, welcher sagt, er habe keine Veruntreuung begangen, ist der Ansicht R. Jehudas, und derjenige, welcher sagt, er habe eine Veruntreungbegangen, ist der Ansicht R. Šimo͑ns.

4R. Aḥa b.Ja͑qob sagte ja aber, R. Jehuda folgere das Essen des Sauerteigs vom Sehen des Sauerteigs!? Vielmehr ist R. Aḥa b.Ja͑qob davon abgekommen.

5R. Aši erklärte: Alle stimmen überein, man dürfe es dazu nicht auslösen, ferner auch, daß das, was Geld vertritt, nicht dem Gelde gleiche, und sie führen vielmehr denselben Streit wie R. Jose der Galiläerund die Rabbanan; derjenige, welcher sagt, er habe eine Veruntreuung begangen, ist der Ansicht R. Joses, und derjenige, welcher sagt, er habe keine Veruntreuung begangen, ist der Ansicht der Rabbanan.

6Rabh sagte: Das Gesäuerte istwährend der Zeitsowohl mit derselben Art als auch mit einer anderen Art verboten; außer der Zeit ist es mit derselben Art verboten, mit einer anderen Art erlaubt. –

7Um welchen Fall handelt es sich: wollte man sagen, wenn es einen Geschmack überträgt, wieso ist es demnach außer der Zeit mit einer anderen Art erlaubt, es überträgt ja einen Geschmack!? –

8Vielmehr, dies gilt von einem Minimum; das Gesäuerte ist während der Zeit sowohl mit derselben Art als auch mit einer anderen Art verboten, indem Rabh hierbei seine Ansicht vertritt, denn Rabh und Šemuél sagen beide, daß alle in der Tora verbotenen Dinge mit derselben Art es bei einem Minimum sind, und mit einer anderen Art, wenn sie einen Geschmack übertragen.

9Rabh berücksichtigt beim Gesäuerten während der Zeit bei einer anderen Art dieselbeArt, und außer der Zeit ist es mit derselben Art verboten, nach R. Jehuda.

10Mit einer anderen Art ist es erlaubt, denn soweit gehen wir nicht, auch außer der Zeit bei einer anderen Art dieselbe Art zu berücksichtigen.

11Šemuél sagte: Das Gesäuerte ist während der Zeit mit derselben Art verboten, mit einer anderen Art erlaubt; außer der Zeit ist es sowohl mit derselben Art als auch mit einer an deren Art erlaubt. Während der Zeit ist das Gesäuerte mit derselben Art verboten, indem Šemuél hierbei seine Ansicht vertritt, denn Rabh und Šemuél sagen beide, daß alle in der Tora verbotenen Dinge mit derselben Art bei einem Minimum verboten sind, und mit einer anderen Art, wenn sie einen Geschmack übertragen.

12Er berücksichtigt nicht bei einer anderen Art dieselbe Art. Außer der Zeit ist es sowohl mit derselben Art als auch mit einer anderen Art erlaubt, nach R. Šimo͑n.

13R. Joḥanan sagte: Das Gesäuerte ist während der Zeit, wenn es einen Geschmack überträgt, sowohl mit derselben Art als auch mit einer anderen Art verboten ; außer der Zeit ist es sowohl mit derselben Art als auch mit einer anderen Art erlaubt.

14Während der Zeit ist das Gesäuerte, wenn es einen Geschmack überträgt, sowohl mit derselben Art als auch mit einer anderen verboten, indem R. Joḥanan hierbei seine Ansicht vertritt, denn R. Joḥanan und Reš Laqiš sagen beide, daß alle in der Tora verbotenen Dinge sowohl mit derselben Art als auch mit einer anderen Art nur dann verboten sind, wenn sie einen Geschmack übertragen. Außer der Zeit ist es sowohl mit derselben Art als auch mit einer anderen Art erlaubt, nach R. Šimo͑n.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.