Pessachim — Blatt 30a

1Raba sagte: Die Halakha ist, das Gesäuerte ist während der Zeit auch bei einem Minimum sowohl mit derselben Art als auch mit einer anderen Art verboten, nach Rabh; außer der Zeit ist es sowohl mit derselben Art als auch mit einer anderen Art erlaubt, nach R. Šimo͑n. –

2Kann Raba dies denn gesagt haben, Raba sagte ja, R. Šimo͑n habe hierbei eine Maßregelungangeordnet, weil man das Verbot ‘nicht zu sehen und nicht zu finden’ übertreten hat!? –

3Dies nur separiert, nicht aber anderem beigemischt. Raba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Raba sagte: Als wir bei R. Naḥman weilten, sprach er, nachdem die sieben Tage des Pesaḥfestes vorüber waren, zu uns: Geht und kaufet Gesäuertes der Kriegsleute.

4Rabh sagte: [Gebrauchte] Töpfemüssen [vor dem] Pesaḥfeste zerschlagen werden.–Weshalb denn, man kann sie ja aufheben und nach dem Pesaḥfeste für andere Arten verwenden!? – Mit Rücksicht darauf, man könnte sie für dieselbe Art verwenden,

5Šemuél sagte: man zerschlage sie nicht, vielmehr hebe man sie auf und verwende sie nachher sowohl für dieselbe Art als auch für eine andere Art.

6Šemuél vertritt hierbei seine Ansicht, denn Šemuél sagte zu den Topfhändlern: Verkaufet eure Töpfe preiswert; sonst trage ich euch nach R. Šimo͑nvor. –

7Dies sollte er doch ohnehin tun, da Šemuél der Ansicht R. Šimo͑ns ist!? – Es war in der Ortschaft Rabhs.

8Einst wurde ein Ofen mit Fett ausgeschmiert, und Raba b. Ahilaj verbot das [darin gebackene] Brot für immer, selbst mit Salz zu essen, weil man es mit Quarkbreiessen könnte.

9Man wandte ein: Man darf keinen Teig mit Milch kneten; hat man ihn geknetet, so ist das ganze Brot verboten, wegen der Veranlassungzu einer Übertretung.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.