Pessachim — Blatt 37b

1einen, aber kein Bruchstück, so lehrt er uns.

2Man wandte ein : Mei͑sa ist nach der Schule Šammajs [von der Teighebe] frei, und nach der Schule Hillels pflichtig. Ḥaliṭa ist nach der Schule Šammajs pflichtig, und nach der Schule Hillels frei. – Was ist Mei͑sa, und was ist Ḥaliṭa? – Mei͑sa heißt [der Brei], wenn man das Mehl in das heiße Wasser [schüttet], Ḥaliṭa heißt er, wenn man das heiße Wasser über das Mehl [schüttet].

3R. Jišma͑él b. R. Jose sagte im Namen seines Vaters, beide seien frei, wie manche sagen, beide pflichtig. Die Weisen sagen, der eine wie der andere sei, wenn in einem Tiegel zubereitet, frei, und wenn in einem Ofen, pflichtig. –

4Womit ist nach dem ersten Tanna Mei͑sa anders als Ḥaliṭa? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls, ebenso sagte R. Jehuda, nach anderen, R. Jehošua͑b. Levi: Wie sie über das eine streiten, streiten sie auch über das andere, nur ist [die Mišna] zu teilen, und wer das eine lehrte, lehrte das andere nicht.

5Hier lehrt er also, die Weisen sagen, der eine wie der andere sei, wenn in einem Tiegel zubereitet, frei, und wenn in einem Ofen, pflichtig. Dies ist eine Widerlegung R. Joḥanans!? – R. Joḥanan kann dir erwidern: hierüber [streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: Man könnte glauben, Mei͑sa und Ḥaliṭa seien zur Teighebe pflichtig, so heißt es Brot;

6R. Jehuda sagt, Brot heiße nur das, was im Ofen gebacken wird. R. Jehuda sagt ja dasselbe, was der erste Tanna!? Wahrscheinlich streiten sie über das Tiegelgebäck; der erste Tanna ist der Ansicht, das Tiegelgebäck sei pflichtig, und R. Jehuda ist der Ansicht, das Tiegelgebäck sei frei. –

7Nein, alle sind der Ansicht, das Tiegelgebäck sei frei, nur streiten sie hier über [das Tiegelgebäck], das nachher in einem Ofen gebacken wird; der erste Tanna ist der Ansicht, es heiße, da man es nachher im Ofen bäckt, Brot, und R. Jehuda ist der Ansicht, Brot heiße nur das, was von vornherein im Ofen gebacken wird, dieses aber, das von vornherein nicht in einem Ofen gebacken worden ist, heiße nicht Brot.

8Raba sagte: Folgendes ist der Grund R. Jehudas, es heißt:zehn Weiber werden in einem Ofen euer Brot backen: Brot, das in einem Ofen gebacken wird, heißt Brot, das nicht in einem Ofen gebacken wird, heißt nicht Brot.

9Rabba und R. Joseph saßen hinter R. Zera, und R. Zera saß vor U͑la; da sprach Rabba zu R. Zera: Frage U͑la, wie es denn sei, wenn man [das Gebäck] an die Innenseite [des Tiegels] geklebt and diesen von außen erhitzt hat. Dieser erwiderte: Was soll ich ihn da fragen; wenn ich ihn frage, so erwidert er mir, dies sei Tiegelgebäck.

10Darauf sprach R. Joseph zu R. Zera: Frage U͑la, wie es denn sei, wenn man [das Gebäck] an die Innenseite [des Tiegels] geklebt hat und darüber eine Fackel hält. Dieser erwiderte: Was soll ich ihn da fragen; wenn ich ihn frage, so erwidert er mir, die meisten Armen bereiten es auf diese Weise.

11R. Asi sagte: Teig vom zweiten Zehnten ist nach R. Meír von der Teighebe frei und nach den Weisen zur Teighebe pflichtig.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.