Pessachim — Blatt 40b

1behütete esseine Mutter in einem Kahne.

2Einst versank in der Ḥištaein Kahn mit Weizen, und Raba erlaubte, [den Weizen] an Nichtjuden zu verkaufen.

3Raba b.Levaj wandte gegen Raba ein: Wenn an einem Gewände Mischgewebe ist, so darf man es weder einem Nichtjuden verkaufen, noch daraus eine Eseldecke machen, wohl aber ein Totengewand.

4Einem Nichtjuden darf man es wohl deshalb nicht verkaufen, weil er es wieder an einen Jisraéliten verkaufen könnte!?

5Hierauf entschied Raba, ihn an Jisraéliten kabweisezu verkaufen, damit er noch vor dem Pesaḥfeste aufgebraucht werde.

6Die Rabbanan lehrten: Man darf am Pesaḥfeste keinen Speisetopf mit Mehlbrei umrühren; will man umrühren, so schütte man zuerst das Mehl hinein und nachher den Essig. Manche sagen, [auch] zuerst den Essig und nachher das Mehl. –

7Wer sind die Manchen?

8R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Jehuda, denn wir haben gelernt: Wenn maneine Kasserolle oder einen Topf siedend [vom Feuer] nimmt, so darf man darin kein Gewürztun, wohl aber darf man es in den Teller oder in die Schüssel tun; R. Jehuda sagt, man dürfe es in alles hineintun, nur nicht, worin Essig und Salz sich befindet. –

9Sollte er es doch R. Jose addizieren, denn es wird gelehrt, R. Jose sagt, man weiche siein Essig ein, und durch den Essig schrumpfen sie zusammen!? –

10R. Jose ist dieser Ansicht nur in dem Falle, wenn [der Essig] separiert ist, nicht aber, wenn er beigemischt ist.

11U͑la sagte, es sei ob so oder so verboten, denn man pflegt zu sagen: Weiter, weiter, Naziräer, herum, herum, nähere dich dem Weinberge nicht.

12R. Papi erlaubte den Köchen des Exilarchen, den Speisetopf mit Linsenmehl einzurühren. Raba sprach: Wer wird denn so etwas erlauben, wo Dienerschaft vorhandenist. Manche sagen, Raba selber habe den Speisetopf mit Linsenmehl eingerührt.

13MAN DARF KEIN MEHL IN SAUERBREI ODER IN SENF TUN, HAT MAN HINEINGETAN, SO ESSE MAN IHN SOFORT; R. MEÍR VERBIETET DIES.

14MAN DARF DAS PESAḤOPFER NICHT IN FLÜSSIGKEITEN UND NICHT IN FRUCHTSAFT KOCHEN, WOHL ABER DARF MAN ES DAMIT [BEIM BRATEN] EINREIBEN ODER [BEIM ESSEN] DARIN EINTUNKEN.

15DAS VOM BÄCKER BENUTZTE WASSER MUSS FORTGEGOSSEN WERDEN, WEIL ES SÄUERT.

16GEMARA. R. Kahana sagte: Der Streit besteht nur über den Senf, wenn aber [Mehl] in Sauerbrei, so ist er nach aller Ansicht sofort zu verbrennen.

17Ebenso wird gelehrt: Man darf kein Mehl in Sauerbrei tun, hat man hineingetan, so ist er sofort zu verbrennen; hat man [Mehl] in Senf getan, so ist er, wie R. Meír sagt, sofort zu verbrennen, und wie die Weisen sagen, sofort zu essen. R. Hona, Sohn des R. Jehuda, sagte im Namen R. Naḥmans im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie die Weisen. R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach zu R. Hona, dem Sohne R. Jehudas:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.