Pessachim — Blatt 46a
1hinsichtlich der Vereinigung bei der Unreinheit am Pesaḥfeste, an den übrigen Tagen des Jahres aber ist zu unterscheiden. –
2In welchem Falle?–Wenn Speisen weniger als in Eigröße mit dem Teig in Berührung kommen; am Pesaḥfeste, an dem er durch das Verbot Bedeutung hat, werden sie vereinigt, an den übrigen Tagen des Jahres kommt es auf die Anstoßnahme an: nimmt man daran Anstoß, so werden sie vereinigt, wünscht man, daß er erhalten bleibe, so gleicht er der Mulde.
3Raba wandte ein: Spricht er denn von der Vereinigung, er spricht ja von der Trennung!? Vielmehr, erklärte Raba, dasselbe gilt auch von der Reinigung einer Mulde. –
4In welchem Falle? – Wenn die Mulde unrein ist und man sie untertauchen will; am Pesaḥfeste, an dem er durch das Verbot Bedeutung hat, bildet er eine Trennung, und das Untertauchen ist ungültig, an den übrigen Tagen des Jahres kommt es auf die Anstoßnahme an: nimmt man daran Anstoß, so bildet er eine Trennung, wünscht man, daß er erhalten bleibe, so gleicht er der Mulde.
5R. Papa wandte ein: Lehrt er denn, dasselbe gelte auch hinsichtlich der Reinheit, er lehrt ja: auch hinsichtlich der Unreinheit? Vielmehr, erklärte R. Papa, dasselbe gilt auch hinsichtlich der Übertragung der Unreinheit auf die Mulde. –
6In welchem Falle? – Wenn ein Kriechtier den Teig berührt hat; am Pesaḥfeste, an dem er durch das Verbot Bedeutung hat, bildet er eine Trennung, und die Unreinheit wird nicht übertragen, an den übrigen Tagen des Jahres kommt es auf die Anstoßnähme an: nimmt man daran Anstoß, so bildet er eine Trennung, wünscht man, daß er erhalten bleibe, so gleicht er der Mulde.
7DER VERTROCKNETE TEIG IST, WENN EIN IHM GLEICHER &C.
8Wie ist es, wenn kein ihm gleicher vorhanden ist? R. Abahu erwiderte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš: [Wenn er solange gelegen hat,] als man von der Nunjaburg nach Ṭiberias geht, ein Mil. –
9Sollte er doch sagen: ein Mil!? – Er lehrt uns folgendes: ein Mil ist soviel, wie von der Nunjaburg bis Ṭiberias.
10R. Abahu sagte im Namen des R. Šimo͑n b.Laqiš: Zum Kneten, zum Gebeteund zum Händewaschen [gehe man] vier Mil.
11R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach: Dies sagte Ajbu; er sagte es von vier Dingen, und eines von ihnen ist das Gerben. Wir haben nämlich gelernt: Diesealle sind rein, wenn man sie gegerbt, oder wenn man genügend zur Gerbung darauf getreten hat, ausgenommen die Menschenhaut. Was heißt genügend zur Gerbung? R. Inja erwiderte im Namen R. Jannajs: Als man vier Mil geht.
12R. Jose b.R. Ḥanina sagte: Dies nur vorwärts, zurück aber braucht man nicht einmal ein Mil umzukehren. R. Aḥa sagte: Hieraus, daß man nur ein Mil nicht umzukehren braucht, weniger als ein Mil aber muß man umkehren.
13WIE SONDERE MAN AM FESTE DIE TEIGHEBE IN UNREINHEITAB?
14R. ELIE͑ZER SAGT, MAN BESTIMME SIE ERST NACH DEM BACKEN. BEN BETHERA SAGT, MAN LEGE SIE IN KALTES. R. JEHOŠUA͑ SAGT,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.