Pessachim — Blatt 53b
1nahe daran, Jisraél außerhalb [Jerušalems] Geheiligtes zu essen zu veranlassen. – Nur rumpfgebraten ist es verboten, sonst aber nicht!? – Ich will dir sagen, rümpf gebraten, einerlei ob man es bestimmt hat oder nicht, bei nicht rumpfgebratenen nur dann, wenn man es bestimmt hat, sonst aber nicht.
2R. Aḥa lehrte diesim Namen R. Šimo͑ns. R. Šešeth wandte ein: Einleuchtend ist es nach dem, der es im Namen R. Joses lehrte, wie ist dies aber nach dem zu erklären, der es im Namen R. Šimo͑ns lehrte,
3wir haben ja gelernt, R. Šimo͑n befreie davon, weil er nicht so gelobt hat, wie man gelobensollte!?
4Rabina sprach zu R. Aši: Stimmt dies denn nach dem, der es im Namen R. Joses lehrt, Raba sagte ja, R. Šimo͑n lehre dies nach der Ansicht R. Joses, welcher sagt, auch der Schluß seiner Wortesei für den Menschen bindend,
5und wenn R. Šimo͑n der Ansicht R. Joses ist, so ist wohl auch R. Jose der Ansicht R. Šimo͑ns!? – Nein, R. Šimo͑n ist der Ansicht R. Joses, R. Jose ist aber nicht der Ansicht R. Šimo͑ns.
6Sie fragten: War Theodos aus Rom ein bedeutender Mann oder ein Faustmensch? –
7Komm und höre: Auch Folgendes trug Theodos aus Rom vor: Was veranlaßte Ḥananja, Mišaél und A͑zarja, sich für die Heiligung des [göttlichen] Namens in den Schmelzofen werfenzu lassen?
8Sie folgerten von den Fröschen auf sich [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere: den Fröschen ist ja die Heiligung des [göttlichen] Namens nicht geboten, dennoch heißt es von ihnen:sie sollen heraufkommen und bis in deinen Palast &c. und in deine Backöfen und in deine Teigmulden kommen, und die Teigmulden befinden sich am Ofen, wenn der Ofen heiß ist, um wieviel mehr wir, wo uns die Heiligung des [göttlichen] Namens geboten ist.
9R. Jose b.Abin sagte, er pflegte den Schriftgelehrten Warezu geben. R. Joḥanan sagte nämlich, wer Schriftgelehrten Ware gibt, dem sei es beschieden, im himmlischen Kollegium zu sitzen, denn es heißt:im Schatten der Weisheit, im Schatten des Silbers.
10WO ES ÜBLICH IST, IN DER NACHT DES VERSÖHNUNGSTAGES LIGHT ZU BRENNEN, BRENNE MAN, UND WO ES ÜBLICH IST, NICHT ZU BRENNEN, BRENNE MAN NICHT. MAN BRENNE IN BET- UND LEHRHÄUSERN, IN FINSTEREN DURGHGÄNGEN UND BEI EINEM KRANKEN.
11GEMARA. Es wird gelehrt: Sowohl diejenigen, die brennen heißen, als auch diejenigen, die zu brennen verbieten, verfolgen den gleichen Zweck. R. Jehošua͑ sagte: Raba trug vor:Und dein Volk lauter Gerechte, für immer werden sie das Land in Besitz nehmen &c. Sowohl diejenigen, die brennen heißen, als auch diejenigen, die zu brennen verbieten, verfolgen den gleichen Zweck.
12R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Den Segen über das Licht spreche man nur am Ausgang des Šabbaths, weil dann seine Erschaffung begonnen hatte. Ein Greis, nach anderen war es Rabba b. Bar Ḥana, sprach zu ihm: Recht so; ebenso sagte auch R. Joḥanan. U͑la ritt einst auf einem Esel, während R. Abba an seiner Rechten und Rabba b. Bar Ḥana an seiner Linken einhergingen. Da sprach R. Abba zu U͑la: Ist es wahr, daß ihr im Namen R. Joḥanans gesagt habt, man spreche den Segen über das Licht nur am Ausgang des Šabbaths, weil dann seine Erschaffung begonnen hatte?
13Darauf wandte U͑la sich um, sah Rabba b. Bar Ḥana scheelan und sprach: Nicht hierbei nannte ich [R. Joḥanan], sondern bei folgendem: Ein Jünger rezitierte vor R. Joḥanan: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Wenn der Versöhnungstag auf einen Šabbath fällt, so zünde man zu Ehren des Šabbaths Licht an, selbst in Orten, wo man Licht zu brennen verbietet. Da ergänzte R. Joḥanan hierzu: Aber die Weisen verbieten es. Jener entgegnete:
14So ist es. R. Joseph las hierüber den Schriftvers:Wie tiefe Wasser ist das Vorhaben in eines Menschen Herzen,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.