Pessachim — Blatt 99a

1Hieraus folgerten die Weisen, daß das Schweigen gut sei für die Klugen, und um so mehr für die Toren. So heißt es auch : der schweigende Narr kann für einen Klugen gehalten werden.

2WENN DIE PESAḤOPFER ZWEIER EIGENTÜMER VERMISCHT WORDEN SIND &C. Unsere Mišna vertritt somit nicht die Ansicht R. Jehudas, denn es wird gelehrt : Wenn aber die Familie für ein Lamm zu klein ist, dies lehrt, daß [die Gesellschaft] sich vermindern dürfe, nur muß einer der Gesellschaft zurückbleiben – so R. Jehuda; R. Jose sagt, sie dürfen das Pesaḥopfer nicht [herrenlos]lassen.

3R. Joḥanan erwiderte: Du kannst auch sagen, sie vertrete die Ansicht R. Jehudas, denn da R. Jehuda der Ansicht ist, man dürfe das Pesaḥopfer nicht für einen einzelnen schlachten, so ist [das Pesaḥopfer] von vornherein dazu bestimmt, daß noch jemand sich daran beteilige, sodaß [der Hinzukommende] einem der Gesellschaft gleicht.

4R. Aši sagte: Dies ist auch aus unserer Mišna zu entnehmen, denn diese lehrt: so auch fünf Gesellschaften von je fünf Personen. Nur von je fünf, nicht aber von fünf und vier; doch wohl deshalb, weil bei einem kein Eigentümer zurückbleiben würde. Schließe hieraus.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.