Rosch haSchana — Blatt 20b
1Das eine ist eine offenbare Lüge, das andere ist keine offenbare Lüge.
2Šemuél sagte: Ich könnte die ganze Diaspora versorgen.
3Da sprach Abba, der Vater R. Šimlajs, zu Šemuél: Weiß der Meister das, was in den ‘Mysterien der Konjunktion’ gelehrt wird, [es sei zu unterscheiden], ob die Konjunktion vor oder nach Mitternacht eintritt? Dieser erwiderte: Nein. Darauf sprach jener: Wenn der Meister dies nicht weiß, so wird es noch andere Dinge geben, die er nicht weiß.
4Als R. Zera [nach Palästina] hinaufgegangen war, ließ er ihnen sagen: Die Nacht und der darauffolgende Tag gehören zusammen zum selben Monat.
5Das ist es, bezüglich dessen Abba, der Vater R. Šimlajs, gesagt hat, man berechne die Konjunktion; tritt sie vor Mitternacht ein, so ist [der Mond] sicher kurz nach Sonnenuntergang sichtbar, tritt sie nach Mitternacht ein, so ist er sicher kurz nach Sonnenuntergang nicht sichtbar. –
6In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? R. Aši erwiderte: Zeugen zu überführen.
7R. Zera sagte im Namen R. Naḥmans: Vierundzwanzig Stunden bleibt der Mond bedeckt; für uns sechs Stunden vom alten und achtzehn vom neuen [Mondzyklus], für sie sechs Stunden vom neuen und achtzehn vom alten. –
8In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? R. Aši erwiderte: Zeugen zu überführen.
9Der Meister sagte: Die Nacht und der darauffolgende Tag gehören zusammen zum selben Monat. Woher dies? R. Joḥanan erwiderte: Von Abend bis Abend.
10Reš Laqiš erwiderte: Bis zum Abend des einundzwanzigsten Tages des Monats. –
11Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? Abajje erwiderte: Nur darin, woher dies entnommen wird.
12Raba erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen über [die Zeit bis] Mitternacht.
13R. Zera sagte im Namen R. Naḥmans: Jeder Zweifel wird hinausgeschoben. Daraus zu entnehmen, daß man [wegen des Zweifels das Fest] auf den fünfzehnten und den sechzehnten verlege, nicht aber auf den vierzehnten. –
14Man sollte doch auch den vierzehnten feiern, denn Ab und Elul können ja beide unvollzählig gewesen sein!? –
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.