Rosch haSchana — Blatt 24b
1fünf-, sechs- und achtarmig machen, aber nicht siebenarmig, auch nicht aus anderem Metalle; R. Jose b. Jehuda sagt, nicht einmal aus Holz, denn daraus fertigten ihn Könige des hašmonäischen Hauses.
2Jene erwiderten ihm: Ist etwa hieraus zu beweisen!? Es waren eiserne Stäbe, die sie mit Holz verkleideten; als sie reicher wurden, fertigten sie ihn aus Silber, und als sie noch reicher wurden, fertigten sie ihn aus Gold. –
3Aber ist denn [die Abbildung] von Dienstlingen, wie man solche nicht fertigen kann, erlaubt, es wird ja gelehrt: ihr sollt neben mir nicht fertigen, ihr dürft keine Abbildung meiner Dienstlinge fertigen, die droben Dienst vor mir tun!? Abajje erwiderte: Die Tora hat nur die Abbildung der vier Gesichter zusammen verboten. –
4Demnach sollte das Gesicht eines Menschen allein erlaubt sein, wieso wird nun gelehrt, alle Gesichter seien erlaubt, ausgenommen das Menschengesicht!? R. Hona, Sohn des R. Idi, erwiderte: Ich weiß es aus dem Vortrage Abajjes: ihr sollt neben mir [iti] nicht fertigen, man lese: ihr sollt mich [oti] nicht abbilden. –
5Sind denn andere Dienstlinge erlaubt, es wird ja gelehrt: Ihr sollt neben mir nicht fertigen, ihr dürft keine Abbildung meiner Dienstlinge fertigen, die droben Dienst vor mir tun, wie Ophanim, Seraphim, die heiligen Tiere und die Dienstengel!? Abajje erwiderte: Die Tora hat nur die Dienstlinge der obersten Himmelswölbung verboten. –
6Sind denn solche aus der unteren Himmelswölbung erlaubt, es wird ja gelehrt: Die sich im Himmel befinden, dies schließt Sonne, Mond, Sterne und Planeten ein; oben, dies schließt die Dienstengel ein!? – Diese Lehre spricht von der Anbetung.
7Anzubeten ist ja auch ein kleines Würmchen verboten!? – Dem ist auch so: Es wird nämlich gelehrt: Was sich auf der Erde befindet, dies schließt Berge und Hügel, Meere und Flüsse, Flußbetten und Täler ein; unten, dies schließt selbst ein kleines Würmchen ein. –
8Ist denn die bloße Anfertigung erlaubt, es wird ja gelehrt: Ihr sollt neben mir nicht fertigen, ihr dürft keine Abbildung meiner Dienstlinge fertigen, die droben Dienst vor mir tun, wie Sonne, Mond, Sterne und Planeten!? –
9Anders war es bei R. Gamliél, für ihn hatten andere sie angefertigt. – Aber für R. Jehuda hatten ja andere [eine Figur] angefertigt, dennoch sprach Šemuél zu ihm: Scharfsinniger, kratze ihm die Augen aus!? –
10Diese war eine plastische Figur, und zwar wegen des Verdachtes. Es wird nämlich gelehrt: Einen Siegelring mit erhabener Figur darf man nicht anlegen, wohl aber darf man mit ihm siegeln, einen mit vertiefter Figur darf man anlegen, jedoch nicht mit diesem siegeln. –
11Berücksichtigen wir denn den Verdacht, im Bethause Saphjathib in Nehardea͑ war ja eine Büste aufgestellt, dennoch gingen da Rabh, Šemuél, der Vater Šemuéls und Levi beten, ohne Verdacht zu fürchten!? – Anders ist es bei einer Mehrheit. –
12R. Gamliél war ja ein einzelner!? – Da er Fürst war, waren stets viele bei ihm anwesend. Wenn du willst, sage ich: sie waren aus einzelnen Teilen zusammengesetzt.
13Wenn du aber willst, sage ich: er hatte sie zu Studienzwecken angefertigt, und es heißt: du sollst nicht lernen, es zu tun, wohl aber darfst du lernen, um es zu verstehen und zu lehren.
14EINST KAMEN ZWEI [ZEUGEN] UND BEZEUGTEN, SIE HÄTTEN MORGENS [DEN ALTEN MOND] IM OSTEN
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.