Rosch haSchana — Blatt 33b
1einem Kinde, das zur Übung herangewachsen ist, und eines gilt von einem Kinde, das noch nicht zur Übung herangewachsen ist.
2DER ÜBENDE GENÜGT DAMIT SEINER PFLICHT NICHT. Demnach genügt man seiner Pflicht, wenn man musizierend bläst, somit ist dies eine Stütze für Raba, denn Raba sagte, wer musizierend bläst, habe seiner Pflicht genügt. – Vielleicht versteht er unter Übung das musizierende Blasen.
3AUCH WER DEM ÜBENDEN ZUHÖRT, GENÜGT DAMIT SEINER PFLICHT NICHT. Wohl aber genügt man seiner Pflicht, wenn man einem für sich Blasenden zuhört, somit ist dies eine Widerlegung R. Zeras, denn R. Zera sagte zu seinem Diener: Blase für mich und beabsichtige es. –
4Vielleicht lehrt er es im Schlußsatze deshalb von einem Übenden, weil er es im Anfangssatze von einem Übenden lehrt.
5DIE ORDNUNG DER POSAUNENTÖNE: DREIMAL JE DREI. DIE LÄNGE DES STOSSTONES BETRÄGT DREI TRILLERTÖNE, UND DIE LÄNGE DES TRILLERTONES BETRÄGT DREI SEUFZERTÖNE. HAT MAN DEN ERSTEN STOSSTON [RICHTIG] GEBLASEN UND DEN ZWEITEN SO LANG WIE ZWEI GEDEHNT, SO GILT ER ALS NUR EINER.
6WENN JEMAND BEREITS DIE SEGENSSPRÜCHE BEENDET HAT UND ERST NACHHER ZU EINER POSAUNE GELANGT, SO BLASE ER DIE STOSSTÖNE, TRILLERTÖNE UND STOSSTÖNE DREIMAL.
7WIE DER GEMEINDEVERTRETER DAZU VERPFLICHTET IST, SO IST AUCH JEDER EINZELNE DAZU VERPFLICHTET; R. GAMLIÉL SAGT, DER GEMEINDEVERTRETER ENTHEBE DIE MENGE IHRER PFLICHT.
8GEMARA. Es wird ja aber gelehrt, der Stoßton habe die Länge des Trillertones!? Abajje erwiderte: Unser Tanna spricht von allen drei Sätzen zusammen, während der Tanna der Barajtha von einem Satze spricht.
9DIE LÄNGE DES TRILLERTONES BETRÄGT DREI SEUFZERTÖNE. ES wird ja aber gelehrt, der Trillerton habe die Länge von drei gebrochenen Tönen?
10Abajje erwiderte: Hierüber streiten sie entschieden. Es heißt nämlich: als Tag des Lärmblasens gelte er euch, und wir übersetzen: als Tag des ‘jebaba’ gelte er euch, und bei der Mutter Sisras heißt es: durch das Fenster schaute sie. und die Mutter Sisras tat ‘jabab’; einer erklärt, dies heiße seufzen, und einer erklärt, dies heiße wimmern.
11Die Rabbanan lehrten: Woher, daß mit der Posaune [zu blasen sei]? Es heißt: du sollst die Lärmposaune vorüberziehen lassen.
12Ich weiß dies vom Jobeltage, woher vom Neujahrsfeste? Es heißt: im siebenten Monate, und da [die Worte] im siebenten Monate nicht nötigsind, so deuten [diese Worte] im siebenten Monate darauf, daß das Blasen des ganzen siebenten Monats diesen gleiche.
13Woher, daß [dem Trillertone] ein Stoßton vorangehe? Es heißt: du sollst die Lärmposaune vorüberziehen lassen. Woher, daß diesem ein Stoßton folge? Es heißt: ihr sollt die Posaune vorüberziehen lassen.
14Ich weiß dies vom Jobeltage, woher vom Neujahrsfeste? Es heißt: im siebenten Monate, und da [die Worte] im siebenten Monate nicht nötig sind,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.