Rosch haSchana — Blatt 5a
1wie am Pesaḥfeste das Übernachten [in Jerušalem] erforderlich ist, ebenso ist am Hüttenfeste das Übernachten erforderlich. –
2Woher wissen wir dies von diesem selbst? – Es heißt: und am anderen Morgen sollst du dich auf den Weg machen und heimkehren. –
3Woher wissen der erste Tanna und R. Šimo͑n (b. Elea͑zar), daß am Wochenfeste [das Festopfer] nachgeholt werden kann? –
4Sie entnehmen dies aus der Lehre des Rabba b. Šemuél, denn Rabba b. Šemuél lehrte: Die Tora sagt, man zähle die Tage und weihe den Neumond, man zähle [die Tage] und weihe das Wochenfest; wie der Neumondstag zu seinen gezählten gehört, ebenso gehört das Wochenfest zu seinen gezählten. –
5Vielleicht am Wochenfeste nur einen Tag!? Raba erwiderte: Werden etwa beim Wochenfeste nur die Tage und nicht auch die Wochen gezählt!? Der Meister sagte ja, es sei Gebot, sowohl die Tage als auch die Wochen zu zählen. Außerdem heißt es ja auch ‘Wochenfest’.
6Ist denn das Pesaḥopfer an den Festen darzubringen, dafür ist ja ein bestimmter Tag festgesetzt; hat man es dann dargebracht, ist es recht, hat man es nicht dargebracht, so ist es verdrängt worden!?
7R. Ḥisda erwiderte: Vom Pesaḥopfer lehrt er es auch unnötig.
8R. Šešeth erwiderte: Unter ‘Pesaḥopfer’ ist das Heilsopfer desselben zu verstehen. –
9Dieses ist ja ein Heilsopfer!? – Er lehrt von Heilsopfern, die vom Pesaḥopfer herrühren, und von Heilsopfern, die ursprünglich solche waren.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.