Rosch haSchana — Blatt 5b
1Man könnte nämlich glauben, jene gleichen dem Pesaḥopfer, da sie vom Pesaḥopfer herrühren, so lehrt er uns.
2Woher dies? – Die Rabbanan lehrten: Wenn du ein Gelübde tust; ich weiß dies vom Gelobten, woher dies vom Gespendeten?
3Hier heißt es Gelübde und dortheißt es ein Gelübde oder eine freiwillige Gabe; wie dort das Gespendete dazu gehört, ebenso gehört auch hier das Gespendete dazu.
4Dem Herrn, deinem Gott, das sind Kaufwert, Schätzgelübde, Gebanntes und Geweihtes. Versäume nicht, es einzulösen, es selbst, nicht aber seinen Ersatz; denn fordern wir es, das sind Sündopfer, Schuldopfer, Brandopfer und Heilsopfer;
5der Herr, dein Gott, das sind Almosen, Zehnt und Erstgeburt; von dir, das sind Nachlese, Vergessenes und Eckenlaß; und es könnte an dir eine Sünde haften, nicht aber eine Sünde an deinem Opfer.
6Der Meister sagte: Versäume nicht, es einzulösen, es selbst, nicht aber seinen Ersatz. Welchen Ersatz: wenn den Ersatz des Brandopfers und des Heilsopfers, so werden sie ja dargebracht,
7und wenn den Ersatz des Sündopfers, so ist es ja verenden zu lassen!? – Vielmehr, unter ‘Ersatz’ ist der Ersatz des Dankopfers zu verstehen.
8R. Ḥija lehrte nämlich: Wenn das originäre Dankopfer mit Eingetauschtem desselben verwechselt worden und eines von beiden verendet ist, so gibt es für das andere kein Mittel mehr;
9wie sollte man verfahren: bringt man es mit dem [dazu erforderlichen] Brote dar, so kann es ja das Eingetauschte sein, und bringt man es ohne Brot dar, so kann es ja das [originäre] Dankopfer sein. –
10Wozu braucht die Schrift, wenn es nicht darzubringen ist, es auszuschließen!?
11R. Šešeth erwiderte: Tatsächlich den Ersatz des Brandopfers und des Heilsopfers, nur handelt es sich hier um den Fall, wenn, nachdem zwei Feste verstrichen sind, das originäre einen Fehler bekommen und man es auf ein anderes eingetauscht hat, und dann wiederum ein Fest verstrichen ist. Man könnte glauben, da es das erste ersetzt, sei es ebenso, als wären drei Feste verstrichen, so lehrt er uns. –
12Wie ist es aber nach R. Meír zu erklären, welcher sagt, man habe das Verbot des Versäumens übertreten, auch wenn nur ein Fest verstrichen ist!? Raba erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn es während des Festes einen Fehler bekommen und man es umgetauscht hat, und das Fest verstrichen ist. Man könnte glauben, da es das erste ersetzt, sei es ebenso, als wäre das ganze Fest verstrichen, so lehrt er uns.
13«Und es könnte an dir eine Sünde haften, nicht aber eine Sünde an deinem Opfer.» Braucht dies denn hieraus entnommen zu werden, dies geht ja aus [einer Lehre] der Anderen hervor!? Es wird nämlich gelehrt: Andere sagen, man könnte glauben, die Erstgeburt gleiche, wenn ein Jahr verstrichen ist, untauglich gewordenen Opfern und sei untauglich,
14so heißt es: du sollst vor dem Herrn, deinem Gotte, den Zehnten deines Getreides, Mostes und Öls und die Erstgeborenen deiner Rinder und Schafe verzehren; das Erstgeborene gleicht dem Zehnten: wie der Zehnt von einem Jahre zum anderen nicht untauglich wird, ebenso wird die Erstgeburt von einem Jahre zum anderen nicht untauglich. –
15Dies ist nötig; man könnte glauben, dies gelte nur von der Erstgeburt, die nicht wohlgefällig zu machen braucht, Opfer aber, die wohlgefällig zu machen haben, machen nicht wohlgefällig, so lehrt er uns. –
16Aber dies ist ja
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.