Rosch haSchana — Blatt 7a
1und einer von der gebrechenbehafteten.
2Darf man etwa das Gebrechenbehaftete schon am ersten Tage essen!? – Wenn man weiß, daß die [Trächtigkeits]monate vollzählig waren.
3Die Rabbanan lehrten: Der erste Nisan ist Jahresanfang für die Monate, für die Interkalation und für die Šeqalimhebe, und manche sagen, auch für die Wohnungsmiete. –
4Woher dies von den Monaten? – Es heißt: dieser Monat soll für euch an der Spitze der Monate stehen; als erster unter den Monaten des Jahres soll er euch gelten. Sprechet zu der ganzen Gemeinde Jisraél folgendermaßen: Am zehnten dieses Monats soll sich ein jeder ein Lamm verschaffe, je ein Lamm für jede einzelne Familie. Und ihr sollt es aufbewahren bis zum vierzehnten Tage dieses Monats, und es schlachten &c.Ferner heißt es: achte auf den Ährenmonat; der Nisan ist der Monat, in dem Frischähren vorhanden sind, und er nennt ihn den ersten. –
5Vielleicht ist es der Ijar!? – Er soll ja Frischährenmonat sein, was dieser nicht ist. – Vielleicht ist es der Adar!? – Er soll ja Frischährenmonat der meisten [Getreidearten] sein, was dieser nicht ist. – Heißt es denn: Ährenmonat der meisten [Getreidearten]!?
6Vielmehr, erklärte R. Ḥisda, hieraus: Jedoch am fünfzehnten Tage des siebenten Monats, wenn ihr die Ernte des Landes einheimst: der Tišri ist der Monat, in dem die Ernte eingeheimst wird, und er nennt ihn den siebenten. –
7Vielleicht ist es der Marhešvan, und zwar der siebente mit Ijar [beginnend]!? – Er soll ja Erntemonat sein, was dieser nicht ist. – Vielleicht ist es der Elul, und zwar der siebente mit Adar [beginnend]!? – Er soll ja Erntemonat der meisten [Getreidearten] sein, was dieser nicht ist. – Heißt es denn, Erntemonat der meisten [Getreidearten]!? –
8Vielmehr, erklärte Rabina, ist dies aus der Tora unseres Meisters Moše nicht zu entnehmen, sondern aus den Propheten (zu entnehmen): am vierundzwanzigsten Tage des elften Monats, das ist der Monat Šebaṭ. Rabba b. U͑la erklärte: Hieraus: und Ester ward zum Könige Aḥašveroš in seinen königlichen Palast geholt, im zehnten Monate, das ist der Monat Ṭebeth.
9R. Kahana erklärte: Hieraus: am vierten des neunten Monats, des Kislev. R. Aḥa b. Ja͑qob erklärte: Hieraus: da wurden zu jener Zeit, im dritten Monate, das ist der Monat Sivan, die königlichen Schreiber berufen. R. Aši erklärte: Hieraus: man warf das Pur, das ist das Los, vor Haman, von einem Tage zum anderen und von einem Monate zum anderen; [und es fiel auf den] zwölften Monat, das ist der Monat Adar. Wenn du willst, sage ich: hieraus: im ersten Monate, das ist der Monat Nisan. –
10Weshalb folgern es jene alle nicht aus diesem Verse!? – Vielleicht heißt er der erste, weil er der erste hinsichtlich dieser Ereignisse ist. –
11Und unser Tanna!? – Er spricht nur von Jahren und nicht von Monaten.
12«Für die Interkalation.» Beginnt denn die Zählung hinsichtlich der Interkalation mit dem Nisan, es wird ja gelehrt: Man interkaliere das Jahr nicht vor dem Neujahrsfeste, hat man es interkaliert, ist es ungültig. In einem dringenden Falle darf man es sofort nach dem Neujahrsfeste, jedoch interkaliert man nur den Adar.
13R. Nahman b. Jiçḥaq erwiderte: Unter ‘Interkalation’ ist der Abschluß der Interkalation zu verstehen. Wir haben nämlich gelernt: Diese bekundeten, daß man das Jahr während des ganzen Adar interkalieren könne; [die Weisen] sagten nämlich, nur bis zum Purimfeste. –
14Was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, nur bis zum Purimfeste? – Da der Meister sagte, man beginne dreißig Tage vor dem Pesaḥfeste über die Satzungen des Pesaḥs vorzutragen, so könnte man veranlaßt werden, das [Gesetz vom] Gesäuerten zu vernachlässigen. – Und die Anderen!? –
15Man weiß, daß die Interkalation von der Berechnung abhängt, und denkt daran, daß die Rabbanan die Berechnung bis dann nicht abschließen konnten. Und unser Tanna!? –
16Er spricht nur vom Beginne und nicht vom Abschluß.
17«Und für die Šeqalimhebe.» Woher dies? R. Jošaja erwiderte: Die Schrift sagt: das ist das von Neumond zu Neumond, während aller Neumonde des Jahres [darzubringende] Brandopfer; die Tora sagt damit, daß man das Opfer von der neuen Hebe bringe und man folgere durch [das Wort] Jahr, das beim Nisan gebraucht wird, wie es heißt: als erster unter den Monaten des Jahres. –
18Sollte man doch durch [das Wort] Jahr vom Tisri folgern, denn es heißt: Vom Beginne des Jahres!? – Man folgere hinsichtlich des Jahr, neben dem es Monate heißt, von Jahr, neben dem es Monate heißt, man folgere aber nicht hinsichtlich des Jahr, neben dem es Monate heißt, von Jahr, neben dem es nicht Monate heißt.
19R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Es ist gottgefällig, am ersten Nisan die darzubringenden Gemeindeopfer von der neuen [Hebe] darzubringen; hat man sie von der alten dargebracht, so hat man seiner Pflicht genügt, nur hat man eine Gottgefälligkeit unterlassen.
20Ebenso wird auch gelehrt: Es ist gottgefällig, am ersten Nisan die darzubringenden Gemeindeopfer von der neuen [Hebe] darzubringen; hat man sie von der alten dargebracht, so hat man seiner Pflicht genügt, nur hat man eine Gottgefälligkeit unterlassen. Wenn ein Einzelner seines spendet, so ist es tauglich, nur muß er es der Gemeinde übergeben. –
21Selbstverständlieh!? – Man könnte glauben, es sei zu befürchten,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.