Sanhedrin — Blatt 17b

1wenn eine Schlange, die tötet und somit Unreinheit vermehrt, rein ist, um wieviel mehr ist das Kriechtier rein, das nicht tötet und die Unreinheit vermehrt. Dies ist aber nichts; sie gleicht ja nur einem Dorn.

2R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: In einer Stadt, in der nicht zwei sind, die [die siebzig Sprachen] sprechen, und einer, der sie versteht, setze man kein Synedrium ein. In Bitther waren drei und in Jabne waren vier: R. Elie͑zer, R. Jehošua͑, R. A͑qiba und Šimo͑n der Temanite, der vor ihnen auf der Erde disputierte.

3Man wandte ein: Das dreifache ist ein weises, das vierfache ist das höchste!? – Er ist der Ansicht des Autors folgender Lehre: Das zweifache ist ein weises, das dreifache ist das höchste.

4‘Sie lernten vor den Weisen’ das ist Levi vor Rabbi. ‘Sie disputierten vor den Weisen’, das sind Šimo͑n b. A͑zaj, Šimo͑n b. Zoma, Ḥanan der Miçri und Ḥananja, der Sohn Ḥakhinajs. R. Naḥman b. Jiçḥaq zählte fünf auf: Šimo͑n, Šimo͑n, Šimo͑n, Ḥanan und Ḥananja.

5‘Unsere Lehrer in Babylonien’, das sind Rabh und Šemuél. ‘Unsere Lehrer im Jisraéllande’, das ist R. Abba. ‘Die Richter im Exil’, das ist Qama. ‘Die Richter im Jisraéllande’, das sind R. Ami und R. Asi. ‘Die Richter von Pumbeditha’, das ist R. Papa b. Šemuél. ‘Die Richter von Nehardea͑’, das ist R. Ada b. Minjomi. ‘Die Greise von Sura’, das sind R. Hona und R. Ḥisda. ‘Die Greise von Pumbeditha’, das sind R. Jehuda und R. E͑na. ‘Die Scharfsinnigen von Pumbeditha’, das sind Epha und Abimi, die Söhne des Reḥaba. ‘Die Amoräer von Pumbeditha’, das sind Rabba und R. Joseph. ‘Die Amoräer von Nehardea͑’, das ist R. Ḥama.

6‘Die Neharbeläer lehrten’, das ist Rami b. Berukhi. ‘Im Lehrhaus sagten sie’, das ist R. Hona. – Aber R. Hona sagte ja selbst: im Lehrhause sagten sie!? – Vielmehr, das ist R. Hamnuna. ‘Im Westen sagten sie’, das ist R. Jirmeja. ‘Von dort sandten sie’, das ist R. Jose b. Ḥanina. ‘Im Westen lachten sie darüber’, das ist R. Elea͑zar. –

7Aber [es heißt ja:] von dort sandten sie: nach R. Jose b. Ḥanina! – Vielmehr, man wende es um: ‘von dort sandten sie’, das ist R. Elea͑zar; ‘im Westen lachten sie darüber’, das ist R. Jose b. Ḥanina.

8WIEVIEL [EINWOHNER] MUSS EINE STADT HABEN, UM FÜR EIN SYNEDRIUM GEEIGNET ZU SEIN? HUNDERTZWANZIG &C. Weshalb gerade hundertzwanzig? – Dreiundzwanzig für das kleine Synedrium, drei Reihen von je dreiundzwanzig [Personen], das sind also zweiundneunzig, zehn Müßiggänger des Bethauses, das sind also hundertzwei,

9zwei Schreiber, zwei Gerichtsdiener, zwei Prozeßführende, zwei Zeugen, zwei Gegenzeugen und zwei andere Gegenzeugen, das sind also hundertundvierzehn.

10Ferner wird gelehrt: In einer Stadt, in der folgende zehn Dinge fehlen, darf kein Schriftgelehrter wohnen: ein Gericht, das auf Geißelung und Strafe erkennt, eine Almosenkasse, deren Beiträge durch zwei [Personen] eingezogen und durch drei verteilt werden, ein Bethaus, ein Badehaus, ein Abort, ein Arzt, ein Bader, ein Schreiber, ein Schlächter und ein Kinderlehrer, Im Namen R. A͑qibas sagten sie: Auch verschiedene Früchte, weil Früchte die Augen erleuchten.

11R. NEḤEMJA SAGT &C. Es wird gelehrt: Rabbi sagte,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.