Sanhedrin — Blatt 20b
1befindet sich das Flechtwerk von innen, beim Bette befindet sich das Flechtwerk oben.
2Man wandte ein: Wann werden Holzgeräte verunreinigungsfähig? Das Bett und die Wiege, sobald man sie mit der Fischhaut geglättet hat. Wozu ist, wenn beim Bette das Flechtwerk oben ist, das Glätten mit der Fischhaut nötig!? – Vielmehr, bei beiden befindet es sich von innen, nur wird es beim Bette durch Löcher und beim Dargeš durch Schleifen gezogen.
3R. Ja͑qob sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél. R. Ja͑qob b. Ami sagte: Ein Bett, das auslaufende Träger hat, stelle man senkrecht hin und dies genügt.
4ER KANN ZU EINEM FREIKRIEGE MIT ZUSTIMMUNG DES GERICHTSHOFES VON EINUNDSIEBZIG [MITGLIEDERN] AUSZIEHEN; ER DARF SICH BAHN BRECHEN, OHNE DASS JEMAND ES IHM WEHREN KANN. DIE STRASSE DES KÖNIGS HAT KEINE BESCHRÄNKTE GRENZE. DAS VOLK MUSS ALLES, WAS ES ERBEUTET, IHM VORLEGEN, UND ER NIMMT SEINEN ANTEIL ZUERST.
5GEMARA. Dies haben wir ja bereits einmal gelernt: man darf zu einem Freikriege nur durch Entscheidung des Gerichtes von einundsiebzig [Mitgliedern] ausziehen!? – Da er alle anderen Dinge lehrt, die den Könige betreffen, so lehrt er auch vom Ausziehen zum Freikriege.
6R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, alles, was im Königsabschnitte steht, sei dem König erlaubt; Rabh aber sagte, dieser Abschnitt sei nur dazu da, ihnen Angst zu machen, denn es heißt: du sollst einen König über dich setzen, den du auch fürchten sollst.
7[Hierüber streiten] auch folgende Tannaím: R. Jose sagte, alles, was im Königsabschnitte steht, sei dem König erlaubt; R. Jehuda aber sagte, dieser Abschnitt sei nur dazu da, ihnen Angst zu machen, denn es heißt: du sollst einen König über dich setzen, den du auch fürchten sollst.
8Desgleichen sagte R. Jehuda: Drei Gebote wurden den Jisraéliten bei ihrem Einzüge in das Land auferlegt: einen König einzusetzen, die Nachkommen A͑maleqs auszurotten und den Tempel zu bauen.
9R. Nehoraj sagte: In diesem Abschnitte ist nur ihr [späteres] Murren vorgesehen, denn es heißt: und du wirst sprechen: ich will einen König über mich setzen &c.
10Es wird gelehrt: R. Eliézer sagte: Die Ältesten des Zeitalters forderten wie es sich gehört, wie es heißt: gib uns einen König, der uns regiere; die Leute aus dem gemeinen Volke aber arteten aus, denn es heißt: wir wollen allen anderen Völkern gleichen und unser König soll uns Recht sprechen und unser Anführer sein.
11Es wird gelehrt: R. Jose sagte: Drei Gebote wurden den Jisraéliten bei ihrem Einzuge in das Land auferlegt: einen König einzusetzen, die Nachkommen A͑maleqs auszurotten und den Tempel zu bauen. Ich würde nicht gewußt haben, welches zuerst,
12wenn es aber heißt: die Hand auf dem Throne Gottes; Krieg hat der Herr mit A͑maleq, so ist hieraus zu entnehmen, daß sie zuerst einen König einsetzen mußten, denn mit ‘Thron’ wird nur der König bezeichnet, wie es heißt: und so saß Šelomo als König auf dem Thron des Herrn.
13Ich würde aber noch immer nicht gewußt haben, ob zuerst den Tempel bauen oder zuerst die Nachkommen A͑maleqs ausrotten, wenn es aber heißt: und wenn er euch vor allen Feinden ringsum Ruhe verschafft hat &c. dann soll die Stätte, die der Herr erwählen wird &c., so ist hieraus zu entnehmen, zuerst die Nachkommen A͑maleqs ausrotten.
14Ebenso heißt es auch bei David: und als der König in seinem Palaste wohnte, denn der Herr hatte ihm Ruhe verschafft, und darauf folgt: da sprach der König zum Propheten Nathan: Sieh doch, ich wohne in einem Cedernpalaste &c.
15Reš Laqiš sagte: Anfangs herrschte Šelomo auch über die Oberen, denn es heißt: und Šelomo saß auf dem Throne des Herrn; später aber herrschte er nur über die Unteren, denn es heißt: denn er hatte Gewalt über das ganze Gebiet jenseits des Stromes, von Tiphsaḥ bis A͑za.
16[Hierüber streiten] Rabh und Šemuél; einer sagt, Tiphsaḥ liege an einem Ende der Welt und A͑za liege am entgegengesetzten Ende der Welt, und einer sagt, Tiphsaḥ und A͑za liegen nebeneinander, er aber herrschte über die ganze Welt, wie er über Tiphsaḥ und A͑za herrschte.
17Später herrschte er nur über Jisraél, denn es heißt: ich, Qoheleth, war König über Jisraél &c. Später herrschte er nur über Jerušalem, denn es heißt: Worte des Qoheleth, des Sohnes Davids, des Königs zu Jerušalem. Später herrschte er nur über sein Bett, denn es heißt: siehe, das ist das Bett Šelomos &c.
18Später herrschte er nur über seinen Stock, denn es heißt: das ist mein Teil von all meiner Mühe. Hierüber [streiten] Rabh und Šemuél; einer sagt, das sei sein Stock, und einer sagt, das sei sein Kaftan. –
19Gelangte er wieder [zur Herrschaft] oder nicht? – Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, er gelangte wieder, und einer sagt, er gelangte nicht wieder. Nach demjenigen, nach dem er nicht wieder gelangte, war er König und Gemeiner, und nach demjenigen, nach dem er wieder gelangte, war er König, Gemeiner und König.
20ER DARF SICH BAHN BRECHEN. Die Rabbanan lehrten: Die [erbeuteten] Schätze der Könige gehören dem Könige, die übrige Beute gehört zur Hälfte dem Könige und zur Hälfte dem Volke. Abajje sprach zu R. Dimi, manche sagen, zu R. Aḥa: Erklärlich ist es, daß die Schätze der Könige dem Könige gehören, woher aber, daß die übrige Beute zur Hälfte dem Könige und zur Hälfte dem Volke gehöre? –Es heißt:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.