Sanhedrin — Blatt 58a
1dessen Schwängerung nicht in Heiligkeit und dessen Geburt in Heiligkeit erfolgt ist, gibt es eine Blutsverwandtschaft mütterlicherseits und nicht väterlicherseits.
2Und zwar: heiratete er seine Schwester mütterlicherseits, so entferne er sie, wenn eine väterlicherseits, so behalte er sie; wenn die Schwester seines Vaters mütterlicherseits, so entferne er sie, wenn väterlicherseits, so behalte er sie;
3wenn die Schwester seiner Mutter mütterlicherseits, so entferne er sie, wenn die Schwester seiner Mutter väterlicherseits, so entferne er sie nach R. Meír und behalte sie nach den Weisen. R. Meír sagte nämlich: jede durch Blutsverwandtschaft mütterlicherseits Inzestuöse müsse er entfernen, väterlicherseits aber dürfe er behalten.
4Ihm ist die Frau seines Bruders und die Frau des Bruders seines Vaters erlaubt, und ebenso sind ihm alle anderen Inzestuösen erlaubt. Dies schließt die Frau seines Vaters ein.
5Hat er eine Frau und Tochter geheiratet, so behalte er die eine und entferne die andere; von vornherein darf er sie nicht heiraten. Stirbt seine Frau, so ist ihm seine Schwiegermutter erlaubt; manche sagen, seine Schwiegermutter sei ihm verboten!?
6R. Jehuda erwiderte: Das ist kein Einwand; eines lehrte R. Meír nach R. Elie͑zer und eines lehrte R. Meír nach R. A͑qiba.
7Es wird nämlich gelehrt: Daher verlasse jeder Vater und Mutter. R. Elie͑zer erklärte: Vater, die Schwester des Vaters; Mutter, die Schwester der Mutter. R. A͑qiba erklärte: Vater, die Frau des Vaters; Mutter, wörtlich.
8Und schließe sich an, nicht an einen Mann; an seine Frau, nicht an die Frau seines Nächstens. Und sie werden zu einem Leibe, ausgenommen sind Vieh und Wild, die nicht zu einem Leibe werden können.
9Der Meister sagte: R. Elie͑zer erklärte: Vater, die Schwester des Vaters. Vielleicht ‘Vater’ in der wörtlichen Bedeutung!? — Dies [liegt in der Auslegung:] und schließe sich an, nicht aber an einen Mann. —
10Vielleicht die Frau seines Vaters!? — Dies [liegt in der Auslegung:] an seine Frau, nicht aber an die Frau seines Nächsten. — Vielleicht nach dem Tode!? — Gleich [der Verwandtschaft] der Mutter: wie die Verwandtschaft der Mutter keine eheliche ist, ebenso auch die Verwandtschaft des Vaters, die keine eheliche ist. —
11« Mutter, die Schwester der Mutter.» Vielleicht ‘Mutter’ in der wörtlichen Bedeutung!? — Dies [liegt in der Auslegung:] an seine Frau, nicht aber an die Frau seines Nächsten. — Vielleicht nach dem Tode!? — Gleich ‘Vater’: wie ‘Vater’ nicht wörtlich zu nehmen ist, ebenso ist auch ‘Mutter’ nicht wörtlich zu nehmen. —
12«R. A͑qiba erklärte: Vater, die Frau des Vaters.» Vielleicht ‘Vater’ in der wörtlichen Bedeutung!? — Dies [liegt ja in der Auslegung:] und schließe sich an, nicht aber an einen Mann. — Demnach ist ja auch gegen [die Auslegung:] die Frau des Vaters, einzuwenden, dies [liege in der Auslegung:] an seine Frau, nicht aber an die Frau seines Nächsten!? — Nach dem Tode. —
13« Mutter, wörtlich.» Dies [liegt ja in der Auslegung:] an seine Frau, nicht aber an die Frau seines Nächsten!? — Die illegitime Mutter. —
14Worin besteht ihr Streit? — R. Elie͑zer ist der Ansicht,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.