Schabbat — Blatt 131b
1ist ja jede Zeit für sie die geeignete!? Vielmehr, sagte R. Naḥman im Namen R. Jiçḥaqs, und wie manche sagen, R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, weil er es in der Hand hat, sie preiszugeben.
2Der Meister sagte: Der Feststrauß und all seine Erfordernisse verdrängen den Šabbath – so R. Elie͑zer. Woher folgert dies R. Elie͑zer; wenn von der Erstlingsgarbe und den zwei Broten, so werden ja diese für den Allerhöchsten verwendet!? – Vielmehr, die Schrift sagt: am Tage, am Tage, auch am Šabbath. –
3In welcher Hinsicht: wollte man sagen, hinsichtlich des Fortbewegens, so ist ja kein Schriftvers nötig, um das Fortbewegen zu erlauben!? – Vielmehr, hinsichtlich des hierzu Erforderlichen. –
4Und die Rabbanan!? – Dies deutet darauf, daß es am Tage und nicht nachts geschehen müsse. –
5Woher entnimmt R. Elie͑zer, daß nur am Tage und nicht nachts? – Dies folgert er aus [dem Verse:] ihr sollt sieben Tage lang vor dem Herrn, eurem Gott, fröhlich sein, Tage und nicht Nächte. –
6Und die Rabbanan!? – Auch [dieser Vers] ist nötig; man könnte glauben, man folgere durch [die Worte] sieben Tagevon der Festhütte, wie diese Tage und Nächte, ebenso jene Tage und Nächte, so lehrt er uns. –
7Sollte es der Allbarmherzige vom Feststrauße gelehrt haben, von dem man es hinsichtlich jener folgern könnte!? – Man könnte einwenden: wohl der Feststrauß, der der vier Arten benötigt.
8«Die Festhütte und all ihre Erfordernisse verdrängen den Šabbath – so R. Elie͑zer.» Woher folgert dies R. Elie͑zer: wenn von der Erstlingsgarbe und den zwei Broten, so werden diese ja für den Allerhöchsten verwendet!? Wenn vom Feststrauße, so benötigt dieser ja der vier Arten!? –
9Vielmehr, aus den Worten sieben Tage, die auch beim Feststrauße gebraucht werden; wie bei diesem seine Erfordernisse den Šabbath verdrängen, so verdrängen auch bei jener die Erfordernisse den Šabbath. –
10Sollte es der Allbarmherzige von der Festhütte gelehrt haben, von der man es hinsichtlich jener folgern könnte!? – Man könnte einwenden: wohl die Festhütte, die nachts und tags Geltung hat.
11«Das Ungesäuerte und all seine Erfordernisse verdrängen den Šabbath – so R. Elie͑zer.» Woher folgert dies R. Elie͑zer: wenn von der Erstlingsgarbe und den zwei Broten, so werden diese ja für den Allerhöchsten verwendet!? Wenn vom Feststrauße, so benötigt dieser ja der vier Arten!? Wenn von der Festhütte, so hat diese ja nachts und tags Geltung!? –
12Vielmehr, er folgert dies aus [den Worten] fünfzehn, die auch beim Hüttenfeste gebraucht werden; wie da die Erfordernisse den Šabbath verdrängen, so verdrängen die Erfordernisse auch hierbei den Šabbath. –
13Sollte es der Allbarmherzige vom Ungesäuerten gelehrt haben, von dem man es auch hinsichtlich jener folgern könnte!? – Man könnte einwenden: wohl das Ungesäuerte, das für Frauen wie für Männer Geltung hat.
14«Die Posaune und all ihre Erfordernisse verdrängen den Šabbath – so R. Elie͑zer.» Woher folgert dies R. Elie͑zer: wenn von der Erstlingsgarbe und den zwei Broten, so werden diese ja für den Allerhöchsten verwendet!? Wenn vom Feststrauße, so benötigt er ja der vier Arten!? Wenn von der Festhütte, so hat diese ja nachts und tags Geltung!? Wenn vom Ungesäuerten, so hat es ja für Frauen wie Männer Geltung!? – Vielmehr, die Schrift sagt: als Tag des Lärmblasens soll er euch gelten, auch am Šabbath.
15In welcher Hinsicht: wollte man sagen, hinsichtlich des Blasens, so wurde ja in der Schule Šemuéls gelehrt: Ihr sollt keinerlei Arbeit verrichten, ausgenommen das Posaunenblasen und das Herausnehmen des Brotes, die Kunstfertigkeiten und keine Arbeiten sind!? – Vielmehr, hinsichtlich des hierzu Erforderlichen. –
16Und die Rabbanan!? – Dies deutet darauf, daß es am Tage und nicht nachts geschehen muß. – Woher entnimmt R. Elie͑zer, daß nur tags und nicht nachts!? – Dies folgert er aus [dem Verse:] am Versöhnungstage sollt ihr in euerem ganzen Lande die Posaune erschallen lassen, und man folgere vom einen auf das andere. –
17Sollte es der Allbarmherzige von der Posaune gelehrt haben, von der man es hinsichtlich jener folgern könnte!? – Vom Posaunenblasen am Neujahrstage ist es nicht zu folgern, denn dieses bringt die Erinnerung an Jisraél vor ihren Vater im Himmel; vom Posaunenblasen am Versöhnungstage ist es ebenfalls nicht zu folgern, denn der Meister sagte, sobald der Gerichtshof in die Posaune stoßen ließ, wurden die Sklaven nach Hause entlassen, und Felder kehren in den Besitz ihrer [früheren] Eigentümer zurück.
18(Der Meister sagte:) Die Beschneidung und alle ihre Erfordernisse verdrängen den Šabbath – so R. Elie͑zer. Woher folgert dies R. Elie͑zer: wenn von jenen anderen, [so ist ja bei jeder einzuwenden,] wie wir bereits gesagt haben; ferner auch:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.