Schabbat — Blatt 24b
1Die Halakha ist aber nicht wie all diese Lehren, sondern wie R. Jehošua͑ b. Levi gesagt hat: Wenn der Versöhnungstag auf einen Šabbath fällt, so muß man des Šabbaths im Schlußgebete erwähnen, weil an diesem Tage vier Gebete zu verrichten sind. –
2Eine Halakha widerspricht ja der anderen: du sagst, die Halakha sei, wie R. Jehošua͑ b. Levi, dagegen ist es feststehend, daß die Halakha wie Raba ist, welcher sagt, wenn ein Fest auf einen Šabbath fällt, brauche der Vorbeter, der vor das Betpult tritt, im Abendgebete des Festes nicht zu erwähnen, denn wenn nicht der Šabbath, würde der Vorbeter am Feste nicht zum Abendgebete vortreten!? –
3Es ist ja nicht gleich; da brauchte man es eigentlich auch am Šabbath nicht, hätten die Rabbanan es nicht wegen der Gefahr angeordnet, hierbei aber sind an diesem Tage vier Gebete zu verrichten.
4KEIN SCHWANZFETT &C. Die Weisen sagen ja dasselbe, was der erste Tanna!? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bezüglich der Lehre des R. Beruna im Namen Rabhs. Es ist aber nicht bekannt.
5MAN DARF AM FESTE KEIN VERBRENN-ÖL BRENNEN. R. JIŠMA͑ÉL SAGT, MAN DÜRFE WEGEN DER EHRUNG DES ŠABBATHS KEIN TEERÖL BRENNEN. DIE WEISEN ERLAUBEN ALLE ÖLE: SESAMÖL, NUSSÖL, RETTICHÖL, FISCHTRAN, ÖL WILDER GURKEN, TEERÖL UND NAPHTA. R. TRYPHON SAGT, MAN DÜRFE NICHTS ANDERES ALS OLIVENÖL BRENNEN.
6GEMARA. Aus welchem Grunde? – Weil man nicht am Feste Heiliges verbrennen darf. – Woher dies? – Ḥizqija sagte, auch wurde es in der Schule Ḥizqijas gelehrt: Die Schrift sagt: ihr sollt nichts davon bis zum Morgen übrig lassen; was davon bis zum Morgen übrig bleibt; [die Worte] bis zum Morgen brauchen ja nicht wiederholt zu werden, und wenn sie dennoch wiederholt werden, so gibt dir der Schriftvers zum Verbrennen noch einen zweiten Morgen.
7Abajje erwiderte: Die Schrift sagt: ein Brandopfer von Šabbath zu Šabbath; nicht aber ein Brandopfer des Wochentages zum Šabbath, noch ein Brandopfer des Wochentages am Feste.
8Raba erwiderte: Die Schrift sagt: nur das allein dürft ihr bereiten; nur das, aber keine Werkzeuge; allein, nicht aber eine außerzeitliche Beschneidung, hinsichtlich welcher man sonst [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere folgern würde.
9R. Aši erwiderte: Ein Ruhetag,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.