Schabbat — Blatt 48a
1Hitze aufsteigen aber lassen nur Oliventrester, Sesamtrester lassen keine Hitze aufsteigen.
2Rabba und R. Zera kehrten beim Exilarchen ein und sahen einen Knecht einen Krug auf die Öffnung eines Kessels hinstellen; da schrie ihn Rabba an. Darauf sprach R. Zera zu ihm: Womit ist dies anders, als [das Aufstellen] eines Kessels auf einen Kessel? Dieser erwiderte: Dieser erhält nur die [Wärme], während sie hierbei erzeugt wird.
3Später sah er ihn ein Kopftuch über die Öffnung einer Kufe ausbreiten und ein Schöpfgefäß darüber legen; da schrie ihn Rabba an. Darauf sprach R. Zera zu ihm: Warum? Dieser erwiderte: Jetzt wirst du sehen. Hierauf sah er, wie jener es ausdrückte. Da sprach er: Womit ist dies anders, als ein altes Kleidungsstück? Dieser erwiderte: Da achtet man nicht darauf, hierbei achtet man darauf.
4NICHT IN STROH. R. Ada b. Mathna fragte Abajje: Darf man Watte, darin man [Speisen] warmgestellt hat, am Šabbath fortbewegen?
5Dieser erwiderte: Würde jemand denn, weil ihm ein Haufen Stroh fehlt, einen Haufen Watte preisgeben!? —
6Es wäre anzunehmen, daß folgendes eine Stütze für ihn ist: Man darf in Wollflocken, in Wollflieden, in Purpurstreifen oder in Watte warmstellen, und man darf sie nicht fortbewegen. —
7Wenn nur dies, so ist dies nichts, denn er meint es wie folgt: hat man darin nicht warmgestellt, so darf man sie nicht fortbewegen. — Wozu braucht er dies demnach zu lehren? —
8Man könnte glauben, weil sie als Lehnstütze verwendbar sind, so lehrt er uns.
9R. Ḥisda erlaubte, am Šabbath das Werg zurück in das Polster zu stopfen. Da wandte R. Ḥanan b. Ḥisda gegen R. Ḥisda ein: Man darf am Šabbath die Halsöffnung aufnesteln, nicht aber auftrennen; ferner darf man am Feste keine Watte in das Polster oder in das Kissen tun, geschweige denn am Šabbath!? —
10Das ist kein Einwand; dies gilt von neuen, jenes von gebrauchten.
11Desgleichen wird gelehrt: Man darf am Feste keine Watte in das Polster oder in das Kissen tun, geschweige denn am Šabbath; ist sie herausgefallen, so darf man sie am Šabbath zurück hineintun, um so mehr am Feste.
12R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wer die Halsöffnung am Šabbath auftrennt, ist ein Sündopfer schuldig.
13R. Kahana wandte ein:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.