Schabbat — Blatt 63a
1mit Ḥardelischem Weine? Auf einem breiten Polster oder auf einem schmalen Polster? In guter Gesellschaft oder in schlechter Gesellschaft? R. Ḥisda sagte: Alles im erotischen Sinne.
2Reḥaba sagte im Namen R. Jehudas: Das Gehölz Jerušalems bestand aus Zimmetbäumen, und wenn man mit diesem heizte, verbreitete sich der Geruch durch das ganze Jisraélland. Als Jerušalem zerstört wurde, wurden sie verborgen, und nur ein Körnchen blieb zurück, das sich unter den Schätzen der Königin Çimçemaj befindet.
3EIN MANN DARF NICHT MIT EINEM DEGEN AUSGEHEN, NICHT MIT EINEM BOGEN, NICHT MIT EINEM SCHILDE, NICHT MIT EINER KEULE UND NICHT MI EINER LANZE. IST ER MIT DIESEN AUSGEGANGEN, SO IST ER EIN SÜNDOPFER SCHULDIG.
4R. ELIE͑ZER SAGT, DIESE SEIEN FÜR IHN SCHMUCKGEGENSTÄNDE.
5DIE WEISEN SAGEN, DIESE SEIEN EHER EINE UNZIER, DENN ES HEISST: und sie werden ihre Schwerter zu Karsten umschmieden und ihre Spieße zu Winzermessern; kein Volk wird mehr gegen das andere das Schwert erheben, und nicht werden sie mehr den Krieg lernen.
6DAS KNIEBAND IST REIN, UND MAN DARF DAMIT AM ŠABBATH AUSGEHEN;
7FESSELBÄNDER SIND VERUNREINIGUNGSFÄHIG, UND MAN DARF MIT IHNEN AM ŠABBATH NIGHT AUSGEHEN.
8GEMARA. (Was heißt Eia (Keule)? – Keule.)
9R. ELIE͑ZER SAGT, DIESE SEIEN FÜR IHN SCHMUCKGEGENSTÄNDE. Es Wird gelehrt: Jene sprachen zu R. Elie͑zer: Weshalb werden sie, wenn sie für den Mann Schmuckgegenstände sind, in den messianischen Tagen abgeschafft werden!? Dieser erwiderte: Weil man ihrer nicht benötigen wird, wie es heißt: kein Volk wird mehr gegen das andere das Schwert erheben. – Sollten sie doch als Schmuck beibehalten werden!? Abajje erwiderte: Dies wäre ebenso, wie eine Leuchte am Mittag.
10Er streitet also gegen Šemuél, denn Šemuél sagte: Es gibt keinen anderen Unterschied zwischen dieser Welt und den messianischen Tagen, als die Knechtschaft der Regierungen, denn es heißt: nie wird der Dürftige im Lande aufhören.
11Ferner ist dies eine Stütze für R. Ḥija b. Abba, denn R. Ḥija b. Abba sagte: Sämtliche Propheten haben über nichts anderes geweissagt, als über die messianischen Tage, was aber die zukünftige Welt betrifft – außer dir, o Gott, hat kein Auge geschaut.
12Manche lesen: Jene sprachen zu R. Elie͑zer: Weshalb werden sie, wenn sie für den Mann Schmuckgegenstände sind, in den messianischen Tagen abgeschafft werden!? Dieser erwiderte: Auch in den messianischen Tagen werden sie nicht abgeschafft werden. Er stimmt mit Šemuél überein und streitet gegen R. Ḥija b. Abba.
13Abajje fragte R. Dimi, und wie manche sagen, R. Ivja, manche sagen, R. Joseph [fragte] R. Dimi, und wie manche sagen, R. Ivja, und manche sagen, Abajje [fragte] R. Joseph: Was ist der Grund R. Elie͑zers, welcher sagt, sie seien für den Mann Schmuckgegenstände? – Es heißt: gürte dein Schwert um die Hüfte, du Held, deinen Glanz und deinen Schmuck.
14R. Kahana sprach zu Mar, dem Sohne Rabinas: Dies bezieht sich ja auf Worte der Tora!? Dieser entgegnete: Kein Schriftvers kommt aus seinem Wortlaute.
15R. Kahana sprach: Mit achtzehn Jahren hatte ich den ganzen Talmud durchstudiert, doch wußte ich bis jetzt nicht, daß kein Schriftvers aus seinem Wortlaute komme. – Was lehrt er damit? –
16Daß der Mensch zuerst lerne und dann erörtere.
17R. Jirmeja sagte im Namen R. Elea͑zars: Wenn zwei Schriftgelehrte einander durch eine Halakha schärfen, so gewährt ihnen der Heilige, gepriesen sei er, Gelingen, denn es heißt: und dein Schmuck, und man lese nicht vehadarkha [und dein Schmuck], sondern veḥadadkha [deine Scharfsinnigkeit]. Und noch mehr, sie gelangen auch zur Größe, denn es heißt: habe Erfolg und reite. Man könnte glauben, auch wenn dies nicht [der Tora selbst wegen] geschieht, so heißt es: auf Worten der Wahrheit. Man könnte glauben, auch wenn man damit groß tut, so heißt es: Bescheidenheit und Rechtschaffenheit. Tuen sie dies, so ist ihnen die Tora beschieden, die mit der Rechten verliehen wurde, wie es heißt: und deine Rechte lehrt dich Furchtbares.
18R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Es sind ihnen die Dinge beschieden, die zur Rechten der Tora genannt werden. Raba b. R. Šila, wie manche sagen, R. Joseph b. Ḥama im Namen R. Šešeths, sagte nämlich: Es heißt: langes Leben an ihrer Rechten, an ihrer Linken Reichtum und Ehre; ist etwa an ihrer Rechten nur langes Leben vorhanden, Reichtum und Ehre aber nicht? Vielmehr, denen, die sich ihr rechts widmen, gewährt sie langes Leben, und um so mehr Reichtum und Ehre, denen aber, die sich ihr links widmen, gewährt sie wohl Reichtum und Ehre, jedoch nicht langes Leben.
19R. Jirmeja sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš: Wenn zwei Schriftgelehrte zu einander milde sind bei der Halakha, so horcht ihnen der Heilige, gepriesen sei er, zu, denn es heißt: damals besprachen sich die Gottesfürchtigen &c.; unter ‘Sprechen’ ist nur das sanftmütige [Sprechen] zu verstehen, denn es heißt: er wird Völker unter uns drücken. –
20Was bedeuten [die Worte:] die an seinen Namen denken? R. Ami erwiderte: Selbst wenn man nur gedacht hat, ein Gebot auszuüben, aber durch einen Zwangsfall es auszuüben verhindert worden ist, rechnet die Schrift es ihm an, als hätte er es ausgeübt.
21R. Ḥenena b. Idi sagte: Wer ein Gebot nach seinem Wortlaute befolgt, dem werden keine bösen Nachrichten überbracht, denn es heißt: wer das Gebot beobachtet, wird nichts Schlimmes erfahren.
22R. Asi, nach anderen, R. Ḥanina, sagte: Selbst wenn der Heilige, gepriesen sei er, ein Verhängnis beschließt, vereitelt es dieser, denn es heißt: dieweil des Königs Wort mächtig ist, und wer darf zu ihm sagen: Was tust du? Und darauf folgt: wer das Gebot beobachtet, wird nichts Schlimmes erfahren.
23R. Abba sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš: Wenn zwei Schriftgelehrte auf einander bei der Halakha lauschen, so hört der Heilige, gepriesen sei er, auf ihre Stimme, denn es heißt: die du in den Gärten wohnst, Freunde lauschen auf deine Stimme; laß mich hören.
24Wenn sie dies aber nicht tun, so veranlassen sie, daß die Göttlichkeit von Jisraél weiche, denn es heißt: fliehe, mein Geliebter, und gleiche &c.
25R. Abba sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš: Wenn zwei Schriftgelehrte sich bei der Halakha zusammentun, so liebt sie der Heilige, gepriesen sei er, denn es heißt: deine Fahne über mir ist Liebe. Raba sagte: Dies nur, wenn sie einen Begriff von der Halakha haben. Auch dann nur, wenn sie keinen Lehrer in der Stadt haben, von dem sie lernen könnten.
26Ferner sagte R. Abba im Namen des R.Šimo͑n b. Laqiš: Größer ist derjenige, der einem ein Darlehen gewährt, als derjenige, der Almosen gibt. Alle überragt derjenige, der einem zum Erwerbsbetriebe gibt.
27Ferner sagte R. Abba im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš: Wenn ein Schriftgelehrter wie eine Schlange Rache und Groll hegt, so gürte ihn um deine Lenden. Wenn ein Mann aus dem gemeinen Volke fromm ist, so wohne nicht in seiner Nachbarschaft.
28R. Kahana sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš, wie manche sagen, R. Asi im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš, und wie manche sagen, R. Abba im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš: Wer einen [bösen] Hund in seinem Hause groß zieht, hält Barmherzigkeit von seinem Hause zurück, denn es heißt:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.