Schabbat — Blatt 98a
1wenn weniger als vier Ellen, so ist er frei. – Was lehrt er uns damit!? – Folgendes lehrt er uns, daß nämlich die Gebiete vereinigt werden, und daß wir nicht sagen, sobald [der Gegenstand vom Luftraume] auf genommen ist, sei es ebenso, als läge er.
2R. Šemuél b. Jehuda sagte im Namen R. Abbas im Namen R. Honas im Namen Rabhs: Wer etwas vier Ellen hinüberbringt in einem öffentlichen Gebiete, das eine Bedachung hat, ist frei, weil dies [dem Tragen] der Fahnen in der Wüste nicht gleicht. – Dem ist ja nicht so, die Wagen hatten ja eine Bedachung, dennoch sagte Rabh im Namen R. Ḥijas, der Raum unter den Wagen, zwischen denselben und deren Seiten waren öffentliches Gebiet!? – Was Rabh gesagt hat, bezieht sich auf die Zwischenräume. –
3Merke, die Länge der Wagen maß ja fünf Ellen und die Breite der Bretter anderthalb Ellen, somit konnte man drei Bretter aufladen, und eine halbe Elle blieb frei, und wenn man sie auch auseinanderrückte, galten sie ja als vereinigt!? – Du glaubst wohl, man legte die Bretter auf ihre Breitseite, man legte sie auf die Kante. –
4Aber immerhin betrug ja auch die Dicke der Bretter eine Elle, sodaß man vier Bretter aufladen konnte, und eine Elle frei bleib, und wenn man sie auch auseinanderrückte, galten sie ja als vereinigt!? Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, daß die Bretter unten eine Elle dick waren und nach oben dünner wurden bis auf eine Fingerbreite, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, daß die Bretter wie unten so auch oben eine Elle dick waren!?
5R. Kahana erwiderte: Dies bezieht sich auf die Klammerstangen. – Aber die Klammerstangen wurden ja ganz oben befestigt, und da war ja schon der Wagen selbst überdacht!?
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.