Schabbat — Blatt 98b

1Šemuél erwiderte: Dies bezieht sich auf die Leiterbäume.

2Die Rabbanan lehrten: Die Bretter waren unten eine Elle dick und wurden nach oben dünner bis auf eine Fingerbreite, denn von diesen, heißt es: sie sollen an der Spitze vollständig sein, und dort heißt es: vollständig verschwunden – so R. Jehuda. R. Neḥemja sagt, wie sie unten eine Elle dick waren, so waren sie auch oben eine Elle dick, denn es heißt: gleichmäßig. – Es heißt ja aber auch vollständig!? –

3Dies besagt, daß nur vollständige und nicht zusammengesetzte zu verwenden waren. – Und jener, es heißt ja gleichmäßig!? – Dies besagt, daß man sie nicht zickzackig aufstelle. –

4Erklärlich ist nach demjenigen, welcher sagt, die Bretter waren wie unten so auch oben eine Elle dick, der Schriftvers: für die nach Westen gerichtete Seite der Wohnung sollst du sechs Bretter anfertigen, und zwei Bretter sollst du für die Winkel anfertigen, denn die Breite dieser füllte nämlich die Dicke jener aus; nach demjenigen aber, welcher sagt, die Bretter waren unten eine Elle dick und wurden nach oben dünner bis auf eine Fingerbreite, war ja, [am Winkel] das eine eingezogen und das andere vorragend!? – Man behobelte sie kegelförmig.

5Und der mittelste Riegel in der Mitte der Bretter. Es wird gelehrt: [Die Stiftshütte] stand durch ein Wunder.

6Stiftshütte sollst du aus zehn Vorhängen anfertigen. Jeder Vorhang soll achtundzwanzig Ellen lang sein. Wenn man sie ihrer Länge nach über die Breite Stiftshütte spannte, waren auf jeder Seite, da ihre Länge achtundzwanzig Ellen maß, von denen die Breite für das Dach zehn einnahm, neun Ellen überschüssig; somit blieb nach R. Jehuda eine Elle von den Unterschwellen und nach R. Neḥemja eine Elle auch von den Brettern unbedeckt.

7Der Breite nach waren sie über die Länge der Stiftshütte gespannt, und da sie zusammen vierzig [Ellen] maßen, von denen die Länge für das Dach dreißig einnahm, so blieben zehn überschüssig; somit wurde nach R. Jehuda die Elle der Unterschwellen bedeckt, nach R. Neḥemja aber blieb sie unbedeckt.

8Und du sollst Vorhänge aus Ziegenhaar fertigen, zum Zeltdache &c. jeder Vorhang soll dreißig Ellen lang sein Wenn man sie ihrer Länge nach über die Breite der Stiftshütte spannte, so blieben auf jeder Seite, da ihre Länge dreißig Ellen maß, von denen die Breite für das Dach zehn einnahm, zehn [Ellen] überschüssig; somit war nach R. Jehuda die Elle der Unterschwellen bedeckt, nach R. Neḥemja aber war sie unbedeckt.

9Desgleichen wird gelehrt: Auf jeder Seite eine Elle Überschuß um die Elle der Unterschwellen zu bedecken – so R. Jehuda; R. Neḥemja sagt, um die Elle der Bretter zu bedecken. Sie maßen also zusammen vierundvierzig Ellen; wenn man sie ihrer Breite nach über die Länge der Stiftshütte spannte, nahm die Länge für das Dach dreißig Ellen ein und vierzehn blieben zurück, von denen zwei abgehen, die vorn umgeschlagen wurden, wie es heißt: den sechsten Vorhang sollst du an der Vorderseite des Zeltes doppelt legen, somit blieben zwölf übrig. –

10Erklärlich ist es nach R. Jehuda, daß es heißt: die Hälfte des überschüssigen Vorhanges soll herabhängen, wieso aber konnte nach R. Neḥemja soviel herabhängen!? – Um soviel mehr als die anderen. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Die Stiftshütte hatte das Aussehen einer Frau, die mit einer hinten nachhängenden Schleppe über die Straße geht.

11Die Rabbanan lehrten: Die Bretter hatten Zapfen, und die Unterschwellen hatten Löcher,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.