Schabbat — Blatt 99a

1und die Haken an den Schleifen sahen aus wie die Sterne am Himmel.

2Die Rabbanan lehrten: Die unteren Vorhänge waren aus blauem und rotem Purpur, aus Karmesin und aus Byssus, und die oberen aus Ziegenhaar gefertigt. Bei der Anfertigung der oberen wird von einer größeren Kunst gesprochen, als hei der der unteren; von den unteren heißt es: alle kunstfertigen Frauen spannen eigenhändig, von den oberen heißt es aber: alle Frauen, die sich vermöge ihrer Kunstfertigkeit dazu getrieben fühlten, spannen das Ziegenhaar, worüber im Namen R. Neḥemjas gelehrt wird: An den Ziegen gespült und an den Ziegen gesponnen.

3ZWEI ALTANE &C. Rabh sagte im Namen R. Ḥijas: Der Raum unter den Wagen, zwischen denselben und an deren Seiten war öffentliches Gebiet. Abajje sagte: Der Raum zwischen zwei Wagen in der Größe der Wagenlänge. – Wieviel betrug die Wagenlänge? – Fünf Ellen. – Wozu dies, viereinhalb Ellen würden ja gereicht haben!? – Damit die Bretter einander nicht stoßen.

4Raba sagte: Der Raum an der Seite des Wagens in der Größe der Wagenbreite. – Wieviel betrug die Wagenbreite? – Zweieinhalb Ellen. – Wozu dies, anderthalb Ellen würden ja gereicht habenl? – Damit die Bretter nicht wackeln. –

5Wieso ist demnach festgesetzt worden, daß ein öffentlicher Weg sechzehn Ellen breit sein müsse, wir folgern ja alles vom Bau der Stiftshütte, und da waren es ja nur fünfzehn Ellen!? – Eine Elle kommt noch für den nebenhergehenden Leviten hinzu, der etwa herabgleitende Bretter festhielt.

6WER VON GRUBENSCHUTT ODER EINEM FELSEN, DIE ZEHN [HANDBREITEN] HOCH UND VIER BREIT SIND, ETWAS NIMMT ODER DARAUF LEGT, IST SCHULDIG; SIND SIE KLEINER, SO IST ER FREI.

7GEMARA. Wozu lehrt er es von Grubenschutt und Felsen, sollte er es von Grube und Felsen lehren!? Dies ist also eine Stütze für R. Joḥanan, denn R. Joḥanan sagte, die Grube und der Schutt werden zur [Tiefe von] zehn [Handbreiten] vereinigt. Desgleichen wird gelehrt: Aus einer Grube auf öffentlichem Gebiete, die zehn [Handbreiten] tief und vier breit ist, darf man am Šabbath nicht schöpfen,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.