Schevuot — Blatt 15a
1so sollt ihr es errichten, für alle Zukunft.
2Raba wandte ein: Alle Geräte, die Moše gefertigt hatte, wurden durch die Salbung geheiligt, die späteren wurden durch den Dienst geweiht. Wieso nun, man sollte doch sagen, genau so müsse es auch in aller Zukunft erfolgen!? –
3Anders ist es bei diesen; die Schrift sagt:er salbte und weihte sie, nur diese durch Salbung, nicht aber die späteren durch Salbung. – V
4ielleicht aber: diese durch Salbung und die späteren sowohl durch Salbung als auch durch den Dienst!? R. Papa erwiderte: Die Schrift sagt:mit denen der Dienst im Heiligtum besorgt wird, die Schrift hat es also vom Dienste abhängig gemacht. – Wozu ist nun, wo es der Allbarmherzige durch [das Wort] Dienst angedeutet hat, [das Wort] sie nötig!? –
5Wenn der Allbarmherzige [das Wort] sie nicht geschrieben hätte, so könnte man glauben, nur jene durch Salbung, die späteren aber sowohl durch Salbung als auch durch den Dienst, denn es heißt ja: so sollt ihr es errichten, daher hat es der Allbarmherzige durch [das Wort] sie ausgeschlossen, nur sie durch Salbung, nicht aber die späteren durch Salbung.
6ZWEI DANKOPFER. Es wird gelehrt: Mit zwei ‘Dankopfer’ sind nur die Brote gemeint, nicht aber die Fleischopfer. – Woher dies? R. Ḥisda erwiderte: Die Schrift sagt:und ich stellte zwei große Dankopfer auf, und Aufzüge oben auf der Mauer nach rechts.
7Was ist nun unter ‘große’ zu verstehen: wollte man sagen, wörtlich, von der großenGattung, so sollte er doch ‘Rinder’ sagen, und wollte man sagen, große Exemplare,
8so gibt es doch beim Himmel keine Bevorzugung!? Es wird nämlich gelehrt: Beim Viehopfer heißt es:Feueropfer lieblichen Geruches, beim Geflügelopfer heißt es:Feueropfer lieblichen Geruches, und beim Speisopfer heißt es:Feueropfer lieblichen Geruches, dies lehrt, daß es einerlei sei, ob viel oder wenig, nur muß man sein Herz auf seinen Vater im Himmel richten.
9Vielmehr ist darunter zu verstehen: das größte unter den Dankopfern, nämlich aus Gesäuertem, denn wir haben gelernt: Das Speisdankopfer bestand aus fünf jerušalemischen Sea͑ [Mehl], das sind sechs der Wüste, gleich zwei Epha, die Epha je drei Sea͑, gleich zwanzig I͑saron, zehn für das Gesäuerte und zehn für das Ungesäuerte; das Ungesäuerte bestand aus drei Arten: Kuchen, Fladen und Gemengtes.
10Rami b. Ḥama sagte: Bei der Einweihung des Tempelhofes sind die zurückbleibenden [Brote] des Speisopferserforderlich, denn [diese muß der Einweihung] Jerušalems gleichen; wie Jerušalem geweiht wurde durch eine Sache, die nur darin gegessen werdendarf, ebenso ist der Tempelhof zu weihen durch eine Sache, die nur in diesem gegessen werden darf. –
11Dürfen denn die Brote des Dankopfers nicht im Tempelhofe gegessen werden!? – Vielmehr, gleich [der Einweihung] Jerušalems; wie bei [der Einweihung] Jerušalems eine Sache, die man nur da essen darf und außerhalb desselben untauglich wird, ebenso beim Tempelhofe eine Sache die man nur innerhalb desselben essen darf und außerhalb desselben untauglich wird. –
12Demnach sollte es, wie da Ungesäuertes, auch hierbei Ungesäuertes sein!? –
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.