Sevachim — Blatt 101a

1nur haben die Weisen für ihre Worte eine größere Festigung getroffen als für die der Tora.

2Die Rabbanan lehrten:Denn so wurde mir befohlen;wie ich befohlen hatte;wie der Herr befohlen hat. Denn so wurde mir befohlen, daß sie es in Trauer essen. Wie ich befohlen hatte, dies sagte er ihm beim Ereignisse. Wie der Herr befohlen hat, ich sage es nicht von mir aus.

3Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Eswar wegen der Trauer verbrannt worden, deshalb heißt essolches.

4Šemuél erwiderte: Das ist kein Widerspruch, eines nach R. Jehuda und eines nach R. Neḥemja,

5denn es wird gelehrt: Es war wegen der Trauer verbrannt worden, deshalb heißt es solches – so R. Neḥemja; R. Jehuda und R. Šimo͑n sagen, es sei wegen Unreinheitverbrannt worden, denn wenn man sagen wollte, es sei wegen der Trauer verbrannt worden, so sollten ja alle dreiverbrannt worden sein. Eine andere Begründung: so konnte man es ja abendsessen. Eine andere Begründung: Pinḥaswar ja bei ihnen.

6Raba erklärte: Beide nach R. Neḥemja, dennoch besteht hier kein Widerspruch; eines gilt vom Heiligen des damaligen Tagesund eines gilt vom Heiligen für spätere Generationen. –

7Wie erklärt R. Neḥemja diese Schriftverse und wie erklären die Rabbanandiese Schriftverse!? –

8R. Neḥemja erklärt sie wie folgt: Weshalb habt ihr nicht gegessen. Moše sprach zu Ahron: Ist das Blut vielleicht in das Allerheiligste gebrachtworden? Dieser erwiderte ihm: Das Blut ist nicht hineingebracht worden. – Ist es vielleicht außerhalb des Gebietesgekommen? Dieser erwiderte: Es war im Heiligtume. –

9Ist es vielleicht in Trauer dargebracht und untauglich geworden? Dieser erwiderte: Moše, haben siees denn dargebracht, ichhabe es ja dargebracht. Hierauf sprach jener: Wenn das Blut nicht hineingebracht worden und auch im Heiligtume geblieben ist, so solltet ihr es gegessen haben, wie mir befohlen wurde, daß es in Trauer gegessen werde.

10Dieser erwiderte:Mich hat solches betroffen; hätte ich heute vom Sündopfer gegessen, würde es in den Augen des Herrn recht sein? Vielleicht hast du esvom Heiligen für diese Stunde gehört,

11denn für alle Generationen ist hinsichtlich des Heiligen [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, vom leichteren Zehnten, zu folgern: wenn die Tora vom Zehnten sagt:ich habe nichts davon in Trauer gegessen, um wieviel mehr gilt dies von den heiligen Opfern für alle Generationen.

12Hierauf:Moše hörte dies und es war recht in seinen Augen. Moše sagte nicht, er habe es nicht gehört, sondern schämte sich nicht zuzugeben, daß er es gehört und vergessen habe. –

13Wie erklären sie R. Jehuda und R. Šimo͑n? – Sie erklären sie wie folgt: Weshalb habt ihr das Sündopfer nicht gegessen; ist das Blut vielleicht in das Allerheiligste gebracht worden? Er erwiderte: Das Blut ist nicht hineingebracht worden. –

14Ist es vielleicht außerhalb des Gebietes gekommen? – Es war im Heiligtume. – Ist es vielleicht in Trauer dargebracht und untauglich geworden? Er erwiderte: Moše, haben sie es denn dargebracht, daß es durch die Trauer untauglich geworden sein sollte, ichhabe es ja dargebracht. –

15Vielleicht habt ihr infolge eurer Zerstreutheiteine Fahrlässigkeit begangen und es untauglich gemacht? Er erwiderte: Moše, so stehe ich in deinen Augen, daß ich das Heilige des Himmels schänden könnte!?

16Mich hat solches betroffen; ich würde auch wegen eines solchen Falles das Heilige des Himmels nicht schänden. Hierauf sprach jener: Wenn das Blut nicht hinausgebracht worden und im Heiligtum geblieben ist, so solltet ihr es im Heiligtume gegessen haben, wie mir befohlen wurde, daß es in Trauer gegessen werde.

17Er erwiderte: Vielleicht hast du es nur hinsichtlich der Nacht gehört, denn hinsichtlich des Tages ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, vom leichteren Zehnten, zu folgern: wenn die Tora vom leichteren Zehnten sagt: ich habe nichts davon in Trauer gegessen, um wieviel mehr gilt dies von den strengeren heiligen Opfern.

18Hierauf: Moše hörte dies,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.