Sevachim — Blatt 113b
1Wenn man sie fortschaffte, waren sie ja nicht mehr da!? – Wohl schaffte man sie aus Jerušalem fort, nicht aber aus dem ganzen Jisraéllande.
2Manche lesen: Reš Laqiš wandte gegen R. Joḥanan ein: Wo sind die Toten der Sintflut, wo sind die Toten Nebukhadneçars!? Wenn nun diese vorhanden waren, waren ja auch jene vorhanden!? – Wieso denn, die einen wohl, die anderen nicht.
3Er wandte gegen ihn ein:Von allem, was auf dem Trockenen war, starb; allerdings starb alles nach meiner Ansicht, daß die Sintflut über das Jisraélland niederging, wieso aber starb alles nach deiner Ansicht!? – Durch die Hitze.
4Dies nach R. Ḥisda, denn R. Ḥisda sagte: Mit Heißemsündigten sie und mit Heißem sind sie bestraft worden. Hierbei heißt es:und das Wasser legte sich, und dort heißt es: und der Zorn des Königs legtesich.
5Manche lesen: R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Von allem, was auf dem Trockenen war, starb; allerdings gab es Trockenes nach meiner Ansicht, daß die Sintflut über das Jisraélland nicht niederging, wieso aber gab es Trockenes nach deiner Ansicht!? – Unter Trockenes ist das Trockene von vorherzu verstehen. –
6Weshalb nennt er es Trockenes!? – Dies nach R. Ḥisda, denn R. Ḥisda sagte, im Zeitalter der Sintflut sei die Strafe über die Fische im Meere nicht verhängt worden, denn es heißt: von allem, was auf dem Trockenen war, starb, nicht aber die Fische im Meere. –
7Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, die Sintflut sei über das Jisraélland nicht niedergegangen, daß das Einhornerhaltenblieb, wieso aber blieb es erhalten nach demjenigen, welcher sagt, sie sei niedergegangen!? R. Jannaj erwiderte: Man nahm Junge in die Arche auf. –
8Rabba b. Bar Ḥana erzählte ja aber, er habe ein junges Einhorn gesehen, das so groß war wie der Berg Tabor, der Berg Tabor mißt vierzig Parasangen, dessen Halsumfang drei Parasangen und dessen Kopf anderthalb Parasangen einnahm, das, als es Kot auswarf, den Jarden verstopfte!?
9R. Johanan erwiderte: Man nahm seinen Kopfin die Arche auf. – Der Meister sagte ja aber, daß sein Kopf anderthalb Parasangen einnahm!? – Vielmehr, man nahm seine Nasenspitze in die Arche auf. –
10R. Joḥanan sagte ja aber, daß die Sintflut über das Jisraélland nichtniederging!? – Er erklärte es nach der Ansicht des Reš Laqiš. –
11Die Arche stieg ja in die Höhe!? Reš Laqiš erwiderte: Man band seine Hörner an die Arche. – R. Ḥisda sagte ja aber, daß sie mit Heißem gesündigt und mit Heißem bestraft worden sind!? –
12Wie blieb, auch nach deiner Auffassung, die Archeerhalten!? Und wo hielt sich ferner O͑g, der Königvon Bašan, auf!? Vielmehr geschah ihnen ein Wunder, und [das Wasser] blieb an den Seiten der Arche kalt. –
13Angenommen, nach Reš Laqiš, daß die Sintflut über das Jisraélland niederging, aber da blieben ja keine [Toten] zurück, denn Reš Laqiš sagte, [Babylonien] heiße deshalb Tief e, weil alle Toten der Sintflut da versunkensind, und R. Joḥanan sagte, es heiße deshalb Šinea͑r, weil alle Toten der Sintflut da hingespültworden sind!? – Es ist nicht möglich, daß nicht [einige] haften gebliebenwaren.
14R. Abahu sagte: Es heißt deshalb Šinea͑r, weil es seine Reichen fortspült. – Wir sehen ja aber, daß da solche vorhanden sind!? – Drei Generationen lang bleiben sie nicht erhalten.
15R. Ami sagte: Wenn jemand von der Erde Babyloniens ißt, so ist es ebenso, als würde er vom Fleische seiner Vorfahrenessen. Manche sagen, als würde er Ekel- und Kriechtiere essen.
16DEN FORTZUSCHICKENDEN [SÜHNE]BOCK.
17Ich will auf einen Widerspruch hinweisen:Ein Opfer; man könnte glauben, auch Geheiligtes für den Tempelreparaturfonds, das ebenfalls Opfer genannt wird, wie es heißt: wir bringen dem Herrn seine Opfergabe,
18so heißt es:und es zum Eingange des Offenbarungszeltes nicht bringt, nur das, was zum Eingange des Offenbarungszeltes gebracht zu werden geeignet ist, ausgenommen ist Geheiligtes für den Tempelreparaturfonds, das dazu nicht geeignet ist.
19Man könnte glauben, auch der fortzuschickende [Sühne]bock sei auszuschließen, so heißt es:für den Herrn, dies schließt den fortzuschickenden [Sühne]bock ein!? –
20Das ist kein Widerspruch; eines vor der Auslosungund eines nach der Auslosung. – Auch nach der Auslosung hat ja noch das Sündenbekenntniszu erfolgen!?
21Vielmehr, erklärte R. Mani, das ist kein Widerspruch; eines vor dem Sündenbekenntnisse und eines nach dem Sündenbekenntnisse.
22AKTIV ODER PASSIV ZUR BESTIALITÄT &C.
23Auch bezüglich dieser könnte esja gefolgert werden aus [den Worten] zum Eingange des Offenbarungszeltes!? – Dem ist auch so. –
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.