Sevachim — Blatt 118a
1Und R. Jehuda!? – Er kann dir erwidern: [das Wort] rechtbezieht sich auf [das Wort]Augen; auf einem großen Privataltar aber durfte man auch Pflichtopfer darbringen. –
2Es heißt ja aber jeder, was wahrscheinlich besagt, daß ein einzelner nur freiwillige Opfer darbringen durfte, aber keine Pflichtopfer!? – Das Wort jeder deutet darauf, daß ein Gemeiner zulässig war. –
3Hinsichtlich eines Gemeinen geht es ja hervor aus:der Priester sprenge das Blut auf den Altar des Herrn!? –
4Man könnte glauben, es war wie vorher die Heiligung der Erstgeborenennötig, so lehrt er uns. –
5Die Weisensagen ja dasselbe, was der erste Autor!?
6R. Papa erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der Darbringung von Trankopfern in der Wüste.
7Der Meister sagte: R. Šimo͑n sagt &c. Was ist der Grund R. Šimo͑ns? – Es heißt:die Kinder Jisraél richteten in Gilgal das Pesaḥopfer her,
8und da diesselbstverständlich ist, so lehrt er uns folgendes: Pflichtopfer gleich dem Pesaḥopfer brachten sie dar, was aber dem Pesaḥopfer nicht gleicht, brachten sie nicht dar. – Und jener!? –
9Dies deutet auf eine Lehre R. Joḥanans, denn R. Joḥanan sagte im Namen des R. Banaá, ein Unbeschnittener könne die Besprengungempfangen.
10Ein Jünger lehrte vor R. Ada b. Ahaba: Ein Unterschied zwischen einem großen und einem kleinen Privataltar besteht nur hinsichtlich des Pesaḥopfers und der Pflichtopfer, für die eine Zeit festgesetztist. Da sprach er zu ihm: Wie kommt ein einzelner zu Pflichtopfern, für die eine Zeit festgesetzt ist!?
11Jener fragte: Soll ich es streichen? Dieser erwiderte: Beziehe deine Lehre auf das Brandopfer, denn es gibt das Brandopferdes Erscheinens, denn wenn man sie [auch] auf das Sündopfer eines einzelnen beziehen wollte, so gibt es ja bei einem einzelnen keines, für das eine Zeit festgesetzt ist. –
12Sollte er es [auch] auf das Pflichtspeisopfer bezogen haben, denn es gibt ja das Pfanngebäck!? – Er ist der Ansicht, auf dem Privataltar wurden keine Speisopfer dargebracht.
13ALS SIE NACH ŠILO KAMEN &C. Woher dies? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Ein Schriftvers lautet:Sie brachte ihn in das Haus des Herrn zu Šilo, und ein anderer lautet:er verließ die Wohnung zu Šilo, das Zelt, wo er unter den Menschen wohnte, und ferner heißt es:er verschmähte das Zelt Josephs und erwählte nicht den Stamm Ephrajim;
14wie ist dies nun zu erklären? Es war da kein gebälktes [Haus], sondern es bestand unten aus Steinen und oben aus Teppichen. Dies war die Ruhestätte.
15HOCHHEILIGES &C. Woher dies? R. Oša͑ja erklärte: Die Schrift sagt: hüte dich, daß du deine Brandopfer nicht an jeglichem Orte, den du siehst, darbringst; darbringen darfst du nicht an jeglichem Orte, den du siehst, essen aber darfst du an jeglichem Orte, den du siehst. –
16Vielleicht aber: darbringen darfst du nicht an jeglichem Orte, den du siehst, schlachten aber darfst du an jeglichem Orte, den du siehst!?
17R. Jannaj erwiderte: Die Schrift sagt:dort sollst du darbringen und dort sollst du herrichten.
18R. Evdämi b. Ḥasaerklärte: Es heißt:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.