Sevachim — Blatt 119a
1denn es heißt:die Zeit, die David über Jisraél geherrscht hat, betrug vierzig Jahre, zu Ḥebron regierte er sieben Jahre &c.,
2und bei Šelomo heißt es: er fing an zu bauen &c im vierten Jahre seiner Regierung. Es bleiben somit für Šilo dreihundertsiebzig Jahre weniger eines zurück.
3ALS SIE NACH NOBH UND GIBEO͑N KAMEN &C. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:Denn bis jetzt seid ihr noch nicht zur Ruhe und zum Erbbesitz gelangt;
4die Ruhestätte, das ist Šilo, der Erbbesitz, das ist Jerušalem. Die Schrift teilt sie deshalb, um zwischen dem einen und dem anderen eine Zeit, der Erlaubniseintreten zu lassen.
5Reš Laqiš sprach zu R. Joḥanan: Demnach sollte er es auch vom zweiten Zehntenlehren!? Dieser erwiderte: Hinsichtlich des Zehnten ist es aus [dem Worte] dort, das auch bei der Lade gebrauchtwird, zu entnehmen; da die Lade nicht vorhanden war, so war auch der Zehnt nicht vorhanden. –
6Demnach ist es ja auch hinsichtlich des Pesaḥopfers und der übrigen heiligen Opferaus [dem Worte] dort, das auch bei der Lade gebraucht wird, zu entnehmen; da die Lade nicht vorhanden war, so waren auch diese nicht vorhanden!?
7Dieser erwiderte: Der dies lehrt, ist R. Šimo͑n, der der Ansicht ist, daß auch die Gemeinde nur das Pesaḥopfer und Opfer, für die eine Zeit festgesetzt ist, dargebrachthabe, Pflichtopfer aber, für die keine Zeit festgesetzt ist, wurden weder auf diesen noch auf jenem dargebracht, somit gehört der Viehzent zu den Pflichten, für die keine Zeit festgesetzt ist, und der Getreidezehnt ist mit dem Viehzehnten zu vergleichen. –
8Demnach wurde es nach R. Jehuda dargebracht? – Freilich, denn R. Ada b. Mathna sagte, nach R. Jehuda mußten der zweite Zehnt und der Viehzehnt in Nobh und Gibeo͑n gegessen werden. – Hierzu ist ja aber der Tempel erforderlich!? – R. Joseph lehrte ja, daß es drei Tempel gegeben habe: zu Silo, zu Nobh und Gibeo͑n und den ewigen Tempel. Er lehrte es, und er selber erklärte es auch: hinsichtlich des Essens des zweiten Zehnten, nach R. Jehuda.
9ALS SIE NACH JERUŠALEM KAMEN &C. Die Rabbanan lehrten: Denn bis jetzt seid ihr noch nicht zur Ruhe und zum Erbbesitze gelangt; die Ruhestätte, das ist Šilo, und der Erbbesitz, das ist Jerušalem,
10wie es heißt: mein Erbbesitz ward für mich gleich einem Löwen im Walde. Ferner heißt es:mein Erbbesitz ist für mich wie ein Raubvogel, der Raubvogel umgibt es – so R. Jehuda.
11R. Šimo͑n erklärte: Ruhestätte, das ist Jerušalem, und der Erbbesitz, das ist Silo, denn es heißt:dies ist meine Ruhestätte für immer, hier will ich weilen, denn nach ihr begehre ich. Ferner heißt es:denn der Herr hat Çijon erwählt, zum Wohnsitze hat er es begehrt. –
12Richtig ist es nach demjenigen, welcher sagt, Ruhestätte, das sei Šilo, daß es heißt: zur Ruhe und zum Erbbesitze, nach demjenigen aber, welcher sagt, Ruhestätte, das sei Jerušalem, und Erbbesitz, das sei Šilo, sollte es doch heißen: zum Erbbesitze und zur Ruhe!? – Er meint es wie folgt: nicht nur zur Ruhe, sondern nicht einmal zum Erbbesitze seid ihr gelangt.
13In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt, beides bezieht sich auf Šilo; R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte, beides bezieht sich auf Jerušalem. Richtig ist es nach demjenigen, welcher sagt, Ruhestätte,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.