Sevachim — Blatt 19a

1sondern gegenüber den Ellenbogen.

2R. Aši sagte: Hona b. Nathan erzählte mir folgendes: Einst stand ich vor dem König Jezdegerd, und mein Gürtel saß mir zu hoch, da zog er ihn mir zurecht, indem er zu mir sprach : Von euch heißt es :ein Königreich von Priestern und ein heiligesVolk. Als ich vor Amemar kam, sprach er zu mir: An dir ging in Erfüllung:Es sollen Könige deine Wärter sein.

3Dort haben wir gelernt: Wenn ein Priester sich den Fingerverletzt, so umwickle er ihn mit Bast, im Tempel, nicht aber sonst in der Provinz; um Blutabzuziehen, ist es da und dort verboten.

4R. Jehuda, Sohn des R. Ḥija, sagte: Dies wurde nur vom Bast gelehrt, ein Gürtelchen aber ist eine Vermehrungder Amtskleider. R. Joḥanan aber sagte: Als Vermehrung der Amtskleider gilt ein solches nur an einer Stelle, wo Kleider getragen werden, nicht aber da, wo keine Kleider getragenwerden. –

5Es sollte ja als Trennunggelten!? – An der linken Hand, oder an einer Stelle, die beim Dienste unberührt bleibt.

6Er streitet somit gegen Raba, denn Raba sagte im Namen R. Ḥisdas: An einer Stelle, wo man Kleider trägt, gilt sogar eine Faserals Trennung, und wo man keine Kleider trägt, gilt nurdas als Trennung, was drei zu drei, nicht aber, was weniger als drei zu drei [Fingerbreiten] hat.

7Gegen R. Joḥanan streitet er entschieden, streitet er aber auch gegen R. Jehuda, den Sohn R. Ḥijas? –

8Anders verhält es sich bei einem Gürtelchen, da es von Bedeutungist.

9Eine andere Lesart: R. Jehuda, Sohn des R. Ḥija, sagte: Dies gilt nur vom Bast, ein Gürtelchen aber gilt als Trennung. R. Joḥanan aber sagte: Was weniger als drei zu drei [Fingerbreiten] hat, gilt als Trennung nur an einer Stelle, wo Kleider getragen werden, wo aber keine Kleider getragen werden, gilt nur das als Trennung, was drei zu drei [Fingerbreiten] hat. Also übereinstimmend mit Raba im Namen R. Ḥisdas. –

10Es wäre also anzunehmen, daß er gegen R. Jehuda, den Sohn R. Ḥijas, streitet? – Anders verhält es sich bei einem Gürtelchen, das von Bedeutung ist. –

11Weshalb wird dies nach R. Joḥanan vom Bast gelehrt, sollte es doch von einem Gürtelchen gelehrt werden!? – Er lehrt uns nebenbei, daß Bast heilsam ist.

12Raba fragte: Wie ist es, wenn unter das Gewand Luft eindringt: muß es sich an seinen Leib anschmiegen, was hierbei nicht der Fall ist, oder ist dies die gewöhnliche Art des Tragens?

13Gilt eine Laus als Trennung?

14Hinsichtlich einer toten ist es nicht fraglich, eine solche gilt entschieden als Trennung, wie verhält es sich aber mit einer lebenden: sagen wir, da sie kommt und geht, so gilt sie nur als Erweiterungund nicht als Trennung, oder gilt sie wohl als Trennung, da man sie nicht haben will?

15Gilt Erde als Trennung? Wirkliche Erde gilt entschieden als Trennung, fraglich ist es nur vom Staube.

16Gelten die Achselhöhlenals Trennung: muß es sich an seinen Leib anschmiegen, was hierbei nicht der Fall ist, oder aber ist dies die gewöhnliche Art des Tragens?

17Wie ist es, wenn er die Hand in den Busen steckt: gilt sein Körperals Trennung oder nicht?

18Gilt ein Haar als Trennung? Ein [fremdes] Haar gilt entschieden als Trennung, fraglich ist es nur von einem gelockerten Haare.

19Mar, Sohn des R. Aši, fragte: Wie ist es, wenn das Haar in das Gewandhineinragt : gleicht das Haar dem Körper oder nicht?

20R. Zera fragte: Gelten die Tephillin als Trennung? Nach demjenigen, welcher sagt, die Nacht sei keine Zeitfür die Tephillin, ist es nicht fraglich, denn wenn sie nachts als Trennunggelten, so gelten sie auch am Tage als Trennung, fraglich ist es nur nach demjenigen, welcher sagt, die Nacht sei wohl eine Zeit für die Tephillin; wie ist es nun: gilt das, was gebotsmäßig am Körper haftet, als Trennung oder nicht?

21Die Sache ging weiter und kam vor R. Ami. Da sprach er: Wir haben eine ausdrückliche Lehre: die Tephillin gelten als Trennung.

22Man wandte ein: Die Priester beim Dienste, die Leviten auf der Estradeund die Jisraéliten beim Beistandsind befreit vom Gebeteund von den Tephillin. Wahrscheinlich gelten sie, wenn man sie angelegt hat, nicht als Trennung!? – Nein, wenn man sie angelegt hat, gelten sie als Trennung. –

23Wieso heißt es demnach ‘befreit’, es sollte ja ‘verboten’ heißen!? – Da es von den Leviten und Jisraéliten nicht ‘verboten’ heißen kann, daher heißt es ‘befreit’. –

24Es wird ja aber gelehrt, wenn man sie angelegt hat, gelten sie nicht als Trennung!? – Dies ist kein Widerspruch; eines gilt von der Handkapselund eines gilt von der Kopfkapsel. –

25Die der Hand wohl deshalb, weil es heißt :bekleide er seinen Leib, nichts darf es von seinem Leibe trennen, somit sollte dies auch von der des Kopfes gelten, denn es heißt :setze ihm den Kopfbund auf das Haupt!? –

26Es wird gelehrt: zwischen Stirnblatt und Kopfbund war das Haar zu sehen,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.