Sevachim — Blatt 22a

1oder kein Viertel[log] fassen, nur müssen es Dienstgefäße sein!?

2R. Ada b. Aḥa erwiderte: Wenn es daran ist. –

3Der Allbarmherzige sagt ja aber aus ihm!? – [Das Wort] waschen schließt Dienstgefäße ein. –

4Demnach sollte dies auch von profanen Gefäßen gelten!? Abajje erwiderte: Von profanen Gefäßen kannst du dies nicht sagen; es ist [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere vom Gestell zu folgern : wenn das Gestell, das mit diesemgesalbt worden ist, [das Wasser] nicht heiligt, um wieviel weniger heiligt es ein profanes Gefäß, das nicht mit diesem gesalbt worden ist. –

5Woher dies vom Gestell? – Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Man könnte glauben, das Gestell heilige ebenso wie das Becken, so heißt es:du sollst ein kupfernes Becken fertigen mit einem kupfernen Gestelle; ich habe es mit diesem hinsichtlich des Kupfers verglichen, nicht aber in anderer Hinsicht.

6Mar Zuṭra, Sohn des R. Mari, sprach zu Rabina: Wohl das Gestell, weil es nicht zur Aufnahme bestimmt ist, während ein profanes Gefäß zur Aufnahme bestimmt ist!? – Vielmehr [das Wort] aus ihm schließt profane Gefäße aus. –

7Demnach sollte dies auch von Dienstgefäßen gelten!? – Diese hat der Allbarmherzige durch [das Wort] waschen einbegriffen. –

8Was veranlaßt dich dazu? – Die einen benötigen gleich diesem des Salbens, die anderen benötigen nicht gleich diesem des Salbens.

9Reš Laqiš sagte: Was das Tauchbadergänzt, ergänzt auch das Beckenwasser, das Viertel[log]aber ergänzt es nicht. –

10Was schließt dies aus: wollte man sagen, dünnen Schlamm, (in welchem Falle,) so sollte es doch, wenn eine Kuh sich bückt und davon trinkt, auch das Viertellog [ergänzen], und wenn eine Kuh sich nicht bückt und davon trinkt, auch das Tauchbad nicht ergänzen;

11und wenn etwa die roten Insekten, so sind ja auch diese allein tauglich!? Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Was aus dem Wasser entstanden ist, ist als Tauchbad tauglich. Ferner sagte R. Jiçḥaq b. Evdämi, man dürfe auch in der Augenmasse eines Fisches untertauchen!?

12R. Papa erwiderte: Dies schließt den Fall aus, wenn man eine Sea͑hinzufügt und eine Sea͑ entfernt. Es wird nämlich gelehrt: Wenn in einem Tauchbad genau vierzig Sea͑ vorhanden sind und man eine Sea͑ hinzufügt und eine Sea͑ entfernt, so ist es tauglich. Hierzu sagte R. Jehuda b. Šila im Namen R. Asis im Namen R. Joḥanans: bis zur größeren Hälfte.

13R. Papa sagte: Verbindet man damit ein Viertel[log], so darf man darinNäh- und Häkelnadeln untertauchen, da die Tauglichkeit aus dem Tauchbade kommt.

14R. Jirmeja sagte im Namen des Reš Laqiš: Angesammeltes Wasser ist für das Wasserbecken tauglich. –

15Demnach braucht es kein Quellwasser zu sein, und dem widersprechend wird gelehrt :Im Wasser, nicht aber im Wein; im Wasser, nicht aber in verdünntem Wein; im Wasser, dies schließt anderes Wasserein, und um so mehr Beckenwasser. Das ‘um so mehr Beckenwasser’ ist ja wahrscheinlich zu verstehen: das doch Quellwasser ist!? –

16Nein, das doch heilig ist. – Ist denn die Heiligkeit ein Vorzug, in der Schule Šemuéls wird ja gelehrt: Wasser, das keinen Beinamen hat,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.