Sevachim — Blatt 25a
1Wozu aber ist die Folgerung Rabas aus [dem Worte] ‘Hand’ nötig nach R. Šimo͑n, nach dem die Heiligung des Haufens nicht erforderlich ist, und nach demjenigen, welcher sagt, nach R. Šimo͑n sei zwar die Heiligung des Haufens erforderlich, nur sei es auch mit der Linken gültig!?
2Und wenn etwa wegen des Abhäufens selbst, so geht dies ja schon aus der Lehre des R. Jehuda, des Sohnes R. Ḥijas, hervor!? R. Jehuda, Sohn des R. Ḥija, sagte nämlich: Was ist der Grund R. Šimo͑ns? Es heißt:es ist heilig gleich dem Sündopfer und dem Schuldopfer;
3richtet man es mit der Hand her, so richte man es mit der Rechten her, wie beim Sündopfer, und richtet man es mit einem Gefäße her, so richte man es auch mit der Linken her, wie beim Schuldopfer. –
4Dies ist wegen der Abhäufung des Speis-Sündopfers nötig; man könnte glauben, da R. Šimo͑n sagt, das Opfer dürfe nicht üppigsein, sei es tauglich, auch wenn man es mit der Linken abgehäuft hat, so lehrt er uns.
5IST DAS BLUT AUF DEN ESTRICH AUSGESCHÜTTET UND AUFGENOMMEN WORDEN, SO IST ES UNTAUGLICH.
6Die Rabbanan lehrten :Hierauf nehme der gesalbte Priester vom Blute des Farren, vom Lebensblut, nicht aber vom Blute der Haut noch vom nachfließendenBlute;
7vom Blute des Farren, er nehme das Blut vom Farrenauf. Wenn man nämlich wörtlich erklären wollte: vom Blute des Farren, auch einen Teil des Blutes, so sagte ja Rabh, der Schlachtende müsse das ganze Blut des Farren aufnehmen, denn es heißt:und das ganze Blut schütte er aus.
8Vielmehr erkläre man: vom Blute des Farren, das Blut vom Farren. Er ist also der Ansicht, man entferne, man füge hinzuund man lege aus.
9Der Text. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Der Schlachtende muß das ganze Blut des Farren aufnehmen, denn es heißt: und das ganze Blut schütte er aus. – Dies spricht ja vom zurückbleibenden!? –
10Da dies auf das zurückbleibende nicht zu beziehen ist, denn das ganze Blut ist nicht mehr vorhanden, so beziehe man es auf die [Blut]aufnahme.
11R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Der Schlachtende muß das Messer in die Höheheben, denn es heißt: hierauf nehme er vom Blute des Farren, nicht aber vom Blute des Farren und eines anderen Gegenstandes. –
12Womit wische er das Blut vom Messer weg? Abajje erwiderte: Mit dem Randedes Sprengbeckens, wie es heißt :goldene Becken.
13R. Ḥisda sagte im Namen des R. Jirmeja b. Abba: Der Schlachtende muß
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.