Sevachim — Blatt 26b

1GEMARA. Šemuél sagte: Das Fleisch ist untauglich, der Eigentümer aber hat Sühne erlangt. – Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt: und ich habe es euch verliehen für den Altar, daß es sühne; sobald das Blut den Altarerreicht, erlangt der Eigentümer Sühne. –

2Demnach sollte doch dies auch vom Fleischegelten!? – Die Schrift sagt daß es sühne, ich habe es zur Sühne zugelassen, nicht aber zu anderem. –

3Demnach ist er der Ansicht, wenn auf die unrichtige Stelle, sei es ebenso, wie auf die richtige Stelle. Im folgenden Abschnitt haben wir gelernt: Hat eres auf die Altarrampe oder nicht gegen das Fundament gesprengt, oder hat er das unterhalb zu sprengende oberhalb, das oberhalb zu sprengende unterhalb, das innerhalb zu sprengende außerhalb oder das außerhalb zu sprengende innerhalb gesprengt, so soll, wenn noch Lebensblut vorhandenist, ein Tauglicher es wiederum aufnehmen.

4Wozu braucht, wenn man sagen wollte, auf die unrichtige Stelle sei es ebenso, wie auf die richtige Stelle, ein Tauglicher es wiederum aufzunehmen!? Wolltest du sagen, damit das Fleisch zum Essen erlaubt sei, so kommt es ja nicht vor, daß das keine Sühne schaffende Sprengendas Fleisch zum Essen erlaubt mache. –

5Hat ein Tauglicher es auf getragen, so ist dem auch so, hier aber wird von dem Falle gesprochen, wenn ein Untauglicher es aufgetragenhat. –

6Es sollte doch als verdrängtgelten. Wir haben nämlich gelernt: Haben diese[das Blut] außerhalb der Frist oder außerhalb des Raumes aufgenommen, so soll ein Tauglicher, wenn noch Lebensblut vorhanden ist, es wiederum aufnehmen. Nur wenn aufgenommen, nicht aber, wenn gesprengt; doch wohl weil es dadurch verdrängt worden ist!? –

7Nein, weil es durch die Absichtuntauglich gewordenist. –

8Demnach sollte dies auch von der [Blut]aufnahmegelten!? Und wird es denn ferner durch die Absicht untauglich, Raba sagte ja, die Absicht sei wirksam, nur wenn er für den Dienst tauglich ist, die Sache für den Dienst tauglich ist, und die Stelle für den Dienst tauglich ist!? –

9Folgere nicht: nicht aber wenn gesprengt, sondern: nicht aber wenn geschlachtet. –

10Er lehrt uns somit, daß es durch die Absichtuntauglich werde, und dies haben wir ja anderweitig gelernt: daher machen sie durch die Absicht untauglich!? –

11Folgendes lehrt er uns: von der [Blut]aufnahme ab machen sie es nicht mehr durch die Absicht untauglich, wegen der ErklärungRabas.

12Man wandte ein: Hat er beabsichtigt, das oberhalb zu sprengende unterhalb oder das unterhalb zu sprengende oberhalb zu sprengen, so ist es, wenn es sofort [zu tun], tauglich. Hat er nachherbeabsichtigt,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.