Sevachim — Blatt 27b

1Unsere Mišna vertritt die Ansicht desjenigen, welcher sagt, man dürfe es nicht aufsammeln.

2R. Ḥisda aber sagte im Namen Abimis : Alle stimmen überein, daß, wenn man das unterhalb zu sprengende oberhalb gesprengt hat, man es nicht aufsammeln dürfe, und um so weniger, wenn man das oberhalb zu sprengende unterhalb gesprengt hat, denn das oberhalb gesprengte Blut fließt jaauch nach unten, sie streiten nur über den Fall, wenn man das innerhalb zu sprengende außerhalb oder das außerhalb zu sprengende innerhalb gesprengt hat; R. Jose ist der Ansicht, man sammle es auf, und R. Šimo͑n ist der Ansicht, man dürfe es nicht aufsammeln.

3R. Naḥman b. Jiçḥtaq sagte: Auch wir haben esgelernt: R. Jehuda sagte:Dies, das ist, das Brandopfer, das sind allesAusschließungen; ausgenommen sind die Fälle, wenn es nachts geschlachtet worden ist, wenn das Blut ausgeschüttet worden ist, und wenn das Blut außerhalb der Vorhängehinausgekommen ist; ist es [auf den Altar] gekommen, so muß es herunter.

4R. Šimo͑n erklärte: Brandopfer, ich weiß dies nur von einem tauglichen Brandopfer, woher dies von den Fällen, wenn es nachts geschlachtet worden ist, das Blut ausgeschüttet worden ist, das Blut außerhalb der Vorhänge hinausgekommen ist, esübernachtet hat, hinausgebracht, unrein, außerhalb der Frist oder des Raumesgeschlachtet worden ist, Untaugliche das Blut aufgenommen oder gesprengt haben, das oberhalb zu sprengende unterhalb oder das unterhalb zu sprengende oberhalb gesprengt worden ist, oder das innerhalb zu sprengende außerhalb oder das außerhalb zu sprengende innerhalb gesprengt worden ist, und vom Pesaḥopfer und dem Sündopfer, die man auf einen anderen Namen geschlachtet hat?

5Es heißt :das Gesetz des Brandopfers, dies schließt alle Opferin das eine Gesetz ein; sind sie [auf den Altar] gekommen, so werden sie nicht heruntergenommen.

6Man könnte glauben, auch das aktiv oder passiv zur Bestialität verwandte, das für den Götzendienst abgesonderte, das angebetete, das als Hurengabe oder Hundelohn entrichtete [Vieh], der Mischling, das Totverletzte, und die Seitengeburtseien einbegriffen, so heißt es: dies.

7Was veranlaßt dich jene einzuschließen und diese auszuschließen? Ich schließe jene ein, die in ihrer Heiligkeit untauglich geworden sind, und ich schließe diese aus, die nicht in ihrer Heiligkeit untauglich geworden sind.

8Hier wird also von dem Falle gelehrt, wenn das unterhalb zu sprengende oberhalb oder das oberhalb zu sprengende unterhalb gesprengt worden ist, und R. Jehuda streitet dagegen nicht; doch wohl aus dem Grunde, weil der Altar es bereits aufgenommen hat. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß man es nicht aufnehmen darf.

9R. Elea͑zar sagte: Der innere Altar heiligtdas Untaugliche.

10Was lehrt er uns da, wir haben ja bereits gelernt: wenn das innerhalb zu sprengende &c.!? –

11Wenn nur hieraus, so könnte man glauben, dies gelte nur vom Blute, weil solchesfür ihn geeignet ist, nicht aber vom Haufen, der für ihn nicht geeignetist, so lehrt er uns.

12Man wandte ein: Ist profanes Räucherwerk auf den Altargekommen, so muß es herunter, denn nur der äußere Altar heiligt das Untaugliche, das sonst für ihn geeignet ist. Also nur der äußere, der innere aber nicht!? –

13Erkläre es wie folgt: ist profanes Räucherwerk auf den äußeren Altar gekommen, so muß es herunter, denn der äußere Altar heiligt nur das Untaugliche, das sonst für ihn geeignetist, der innere aber sowohl das, was für ihn geeignet ist, als auch das, was für ihn nicht geeignet ist. – Aus welchem Grunde? – Der eine gleicht dem Estrich, der andere gleicht einem Dienstgefäße.

14HAT MAN EIN OPFER GESCHLACHTET IN DER ABSICHT, DAS BLUT ODER EINEN TEIL DAVON AUSSERHALB ZU SPRENGEN, DIE OPFERTEILE ODER EINEN TEIL DERSELBEN AUSSERHALB AUFZURÄUCHERN, DAS FLEISCH ODER [DAS QUANTUM] EINER OLIVE DAVON AUSSERHALB ZU ESSEN, ODER EINE OLIVE VON DER HAUT DES FETTSCHWANZES AUSSERHALB ZU ESSEN, SO IST ES UNTAUGLICH, UND MAN VERFÄLLT NICHTDER AUSROTTUNG;

15WENN ABER, DAS BLUT ODER EINEN TEIL DAVON AM FOLGENDEN TAGE ZU SPRENGEN, DIE OPFERTEILE ODER EINEN TEIL DERSELBEN AM FOLGENDEN TAGE AUFZURÄUCHERN, DAS FLEISCH ODER EINE OLIVE DAVON AM FOLGENDEN TAGE ZU ESSEN, ODER EINE OLIVE VON DER HAUT DES FETTSCHWANZES AM FOLGENDEN TAGE ZU ESSEN, SO IST ES VERWERFLICH, UND MAN VERFÄLLTDER AUSROTTUNG.

16GEMARA. Sie glaubten, die Haut des Fettschwanzes

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.