Sevachim — Blatt 28a

1gleiche dem Fettschwänze, demnach beabsichtigt man ja das zu verzehren, was der Altar zu verzehrenhat !?

2Šemuél erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Elie͑zers vertreten, welcher sagt, die Beabsichtigung hinsichtlich des vom Altar zu Verzehrenden beim durch einen Menschen zu Verzehrenden und des von einem Menschen zu Verzehrenden beim durch den Altar zu Verzehrenden sei von Wirkung.

3Wir haben nämlich gelernt: Hat man ein Opfer geschlachtet in der Absicht, das zu essen, was nicht zu essen ist, oder das aufzuräuchern, was nicht aufzuräuchernist, so ist es tauglich, nach R. Elièzer aber untauglich. –

4Wie ist, wenn du dies R. Elie͑zer addizierst, der Schlußsatz zu erklären: die Regel hierbei ist: wenn man schlachtet, [das Blut] aufnimmt, hinbringt oder sprengt in der Absicht zu essen, was zu essen ist, oder aufzuräuchern, was aufzuräuchernist.

5Nur was zu essen ist, nicht aber, was nicht zu essen ist, also nach den Rabbanan; der Anfangsatz nach R. Elie͑zer und der Schlußsatz nach den Rabbanan!? Jener erwiderte: Allerdings.

6R. Hona aber sagt, die Haut des Fettschwanzes gleiche nicht dem Fettschwanze. Raba sagte: Folgendes ist der Grund R. Honas :das Fett, den Fettschwanz, nicht aber die Haut des Fettschwanzes.

7R. Ḥisda erklärte : Tatsächlich gleicht die Haut des Fettschwanzes dem Fettschwanze, nur wird hier vom Fettschwanze einer Ziegegesprochen.

8Die anderen erklären nicht wie Šemuél, denn sie wollen nicht den Anfangsatz R. Elie͑zer und den Schlußsatz den Rabbanan addizieren; wie R. Hona erklären sie nicht, denn sie sind der Ansicht, die Haut des Fettschwanzes gleiche dem Fettschwanze;

9weshalb aber erklären sie nicht wie R. Ḥisda!? – Nach ihm wird hier gelehrt, daß die Haut des Fettschwanzes dem Fettschwanzegleiche, und dies haben wir ja bereits gelernt: bei folgendem gleicht die Haut dem Fleische: die Haut unter dem Fettschwanze. –

10Und R. Ḥisda!? – Dies ist nötig; man könnte glauben, diesgelte nur hinsichtlich der Unreinheit, denn da sie weich ist, gehört sie dazu, nicht aber hierbei, wo es heißt :zum Salben, zur Würde, wie Königeessen, und Könige essen diese nicht, so lehrt er uns.

11Man wandte ein: Hat man ein Brandopfer geschlachtet in der Absicht, eine Olive von der Haut unter dem Fettschwanze außerhalb des Raumes aufzuräuchern, so ist es untauglich, und man verfällt nicht der Ausrottung; wenn aber außerhalb der Frist, so ist es verwerflich und man verfällt der Ausrottung;

12Elea͑zar b. Jehuda aus Iblimsagte im Namen R. Ja͑qobs, und ebenso sagte R. Šimo͑n b. Jehuda aus Kephar I͑kus im Namen R. Šimo͑ns, dies gelte sowohl von der Haut an den Klauen bei einem Kleinvieh, als auch der Kopfhaut bei einem jungen Kalbe, sowie der Haut unter dem Fettschwanze, und von jeder anderen, von der die Weisen hinsichtlich der Unreinheit gesagt haben, die Haut gleiche dem Fleische, dies schließt die Haut an der Scham ein; außerhalb des Raumesist es untauglich, und man verfällt nicht der Ausrottung, außerhalb der Fristist es verwerflich und man verfällt der Ausrottung.

13Dies gilt also nur vom Brandopfer, nicht aber von den übrigen Schlachtopfern. Erklärlich ist es nach R. Hona, daß dies nur vom Brandopfer gelehrt wird, weshalb aber lehrt er es nach R. Ḥisda nur vom Brandopfer, sollte er es doch von den Schlachtopfern allgemein lehren!? –

14R. Ḥisda kann dir erwidern: wenn du willst, sage ich, dies gelte vom Fettschwanze einer Ziege, und wenn du willst, sage ich, man lese Schlachtopfer.

15SO IST ES UNTAUGLICH UND MAN VERFÄLLT NIGHT DER AUSROTTUNG &C. Woher dies? Šemuél erwiderte: Es sind zwei Schriftverse vorhanden. –

16Was heißt dies? Raba erwiderte :Am dritten, außerhalb der Frist;

17verwerflich, außerhalb des Raumes; die Person, die davon ißt, dies bezieht sich auf eines und nicht auf beides, nämlich auf [das Essen] außerhalb der Frist, und schließt [das Essen] außerhalb des Raumes aus. –

18Vielleicht aber: die Person, die davon ißt, dies bezieht sich auf [das Essen] außerhalb des Raumes, und auszuschließen ist [das Essen] außerhalb der Frist !? – Es ist einleuchtend, daß [das Essen] außerhalb der Frist bedeutender ist, denn [die Schrift] beginnt damit. – Im Gegenteil, [das Essen] außerhalb des Raumes ist bedeutender, denn dies ist demnäher!?

19Vielmehr, sagte Abajje, als R. Jiçḥaq b. Evdämi kam, erklärte er es durch folgende Lehre: Es heißt [im Abschnitt] ‘Heilig sollt ihr sein’ dritter, und dies ist überflüssig, denn es heißt bereits :wenn aber gegessen werden sollte vom Fleische der Schlachtung des Heilsopfers am dritten Tage,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.