Sevachim — Blatt 33a

1Demnach sind beide der Ansicht, daß bei einer Gemeinschaft die Unreinheit nur verdrängt wird.

2Ihmwäre eine Stütze zu erbringen: Von allen Stützungen, die dort zu erfolgen hatten, sage ich, unmittelbar nach dem Stützen folge das Schlachten,

3mit Ausnahme von der, die am Nikanortorerfolgte, denn der Aussätzige konnte da nicht eher eintreten, als bis man auf ihn vom Blute seines Sündopfers und vom Blute seines Schuldopfers gesprengthatte. Wenn man nun sagen wollte, der teilweise Eintritt gelte nicht als Eintritt, so sollte er doch mit der Hand hineinlangen und stützen.

4R. Joseph erwiderte: Hier ist die Ansicht des R. Jose b. R. Jehuda vertreten, welcher sagt, die Nordseitelag entfernt. –

5Sollte man doch eine Pfortegemacht haben!? Abajje und Raba sagten beide:Das alles geschrieben von der Hand des Herrn, er hat mich in der Ausführung des Planesunterwiesen.

6Manche lesen: R. Joseph erwiderte: Der Stützende muß den Kopf und den größeren Teil [des Körpers] hinüber beugen, denn es muß mit der ganzen Kraft erfolgen, somit ist dies nicht möglich. –

7Welcher Ansicht ist er: ist er der Ansicht, das Stützen beim Schuldopfer des Aussätzigen sei Bestimmung der Tora und das Schlachten unmittelbar nach dem Stützen sei ebenfalls Bestimmung der Tora, so sollte er doch eintreten und stützen, denn der Allbarmherzige hat es ja bestimmt!?

8R. Ada b. Mathna erwiderte: Mit Rücksicht darauf, er könnte zuviel Schrittemachen. Manche lesen: R. Ada b. Mathna erwiderte: Das Stützen ist beim Schuldopfer des Aussätzigen eine Bestimmung der Tora, das Schlachten unmittelbar nach dem Stützen aber ist keine Bestimmung der Tora.

9Man wandte ein: Er soll stützen, er soll schlachten; wie das Stützen durch Reine erfolgen muß, ebenso muß auch das Schlachten durch Reine erfolgen. Wenn du nun sagst, es sei keine Bestimmung der Tora, so kann es ja auch durch Unreine erfolgen!? –

10Man wende es vielmehr um: das Stützen ist beim Schuldopfer des Aussätzigen keine Bestimmung der Tora, und das Schlachten unmittelbar nach dem Stützen ist eine Bestimmung der Tora.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.