Sevachim — Blatt 35a

1Ich spreche auch nur von dem Falle, wenn es mit in das Gefäß gekommen ist. – Woher wissen sie dies!? – Priester sind hurtig; sie arbeiten schnell und verschütten dabei. –

2Das nachfließende Blutist ja aber beigemischt!? – R. Jehuda vertritt seine Ansicht, daß nämlich das nachfließende Blut [taugliches] Blut sei.

3Es wird nämlich gelehrt: [der Genuß] des nachfließenden Blutes ist nur mit einer Verwarnung belegt; R. Jehuda sagt, mit der Ausrottung. –

4R. Elea͑zar sagte ja aber, R. Jehuda pflichte hinsichtlich der Sühne bei, daß solches keine Sühne schaffe, denn es heißt :denn das Blut ist das Leben,

5das Blut, mit dem das Leben ausgeht, heißt Blut, und das Blut, mit dem das Leben nicht ausgeht, heißt nicht Blut!? –

6Vielmehr, R. Jehuda vertritt hierbei seine folgende Ansicht, denn er sagt, Blut hebe nicht Blutauf.

7R. Jehuda sprach ferner zu ihnen: Wozu sperrte man nach eurer Ansicht den Tempelhofab !? Diese erwiderten ihm: Die Kinder Ahrons waren stolz darauf, bis an die Knöchel in Blut zu waten. – Das Blut bildet ja aber eine Trennung!? –

8Es ist flüssig, und solches gilt nicht als Trennung. Es wird nämlich gelehrt, Blut, Tinte, Honig und Milch gelten geronnen als Trennung, flüssig aber gelten sie nicht als Trennung. –

9Aber ihre Gewänder wurden ja besudelt, und wir haben gelernt, daß, wenn seine Gewänder besudelt sind und er Dienst tut, der Dienst ungültig sei!? Wolltest du sagen, sie schürzten sie hoch, so wird ja gelehrt :das Gewand, nach Maß, es darf weder zu kurz noch zu lang sein. – Beim Hinbringen der Opferglieder zur Altarrampe, das nicht zum Dienstegehört. –

10Etwa nicht, es wird ja gelehrt:Der Priester soll alles bringen, dies ist das Hinbringen der Opferglieder zur Altarrampe!? – Vielmehr, beim Hinbringen des Holzes zum Holzstoße, das nicht zum Dienste gehört. – Wie gingen sie beim richtigen Dienste? – Sie gingen über die Simse.

11HAT MAN DAS OPFER GESCHLACHTET [IN DER ABSICHT], DAS ZU ESSEN, WAS NICHT ZU ESSEN IST, ODER DAS AUFZURÄUCHERN, WAS NICHT AUFZURAUCHERNIST, SO IST ES TAUGLICH, NACH R. ELIE͑ZER ABER UNTAUGLICH.

12WENN WENIGER ALS EINE OLIVE ZU ESSEN VON DEM, WAS ZU ESSEN IST, ODER AUFZURÄUCHERN VON DEM, WAS AUFZURÄUCHERN IST, SO IST ES TAUGLICH; WENN EINE HALBE OLIVE ZU ESSEN UND EINE HALBE OLIVE AUFZURÄUCHERN, SO IST ES TAUGLICH, WEIL DAS ESSEN UND DAS AUFRÄUCHERN NICHT VEREINIGT WERDEN .

13HAT MAN DAS OPFER GESCHLACHTET [IN DER ABSICHT], EINE OLIVE VON DER HAUT, VOM FLEISCHSAFT, VOM BODENSATZ, VOM ABFALL, VON DEN KNOCHEN, VON DEN ADERN, VON DEN HÖRNERN ODER VON DEN KLAUEN AUSSERHALB DER FRIST ODER AUSSERHALB DES RAUMES ZU ESSEN, SO IST ES TAUGLICH UND MAN ISTNICHT SCHULDIG WEGEN VERWERFLICHEM, ÜBRIGGEBLIEBENEM UND UNREINHEIT .

14HAT MAN GEHEILIGTE TIEREGESCHLACHTET [IN DER ABSICHT], DEN EMBRYO ODER DIE EIHAUT AUSSERHALB ZU ESSEN, SO HAT MAN SIE NICHT VERWERFLICH GEMACHT. HAT MAN TURTELTAUBEN [DEN KOPF] ABGEKNIFFENIN DER ABSICHT, DIE EIER AUSSERHALB ZU ESSEN, SO HAT MAN SIE NICHT VERWERFLICH GEMACHT.

15WEGEN DER MILCH VON GEHEILIGTEN TIEREN UND DER EIER VON TURTELTAUBEN IST MAN NICHT SCHULDIG WEGEN VERWERFLICHEM, ÜBRIGGEBLIEBENEM UND UNREINHEIT.

16GEMARA. R. Elea͑zar sagte: Hat man das Opfer verwerflich gemacht, so ist auch der Embryo verwerflich, wenn den Embryo, so ist das Opfer nicht verwerflich; hat man den Abfallverwerflich gemacht, so ist auch der Kropf verwerflich, wenn den Kropf, so ist der Abfall nicht verwerflich;

17hat man die Opferteile verwerflich gemacht, so sind auch die Farrenverwerflich, wenn die Farren, so sind die Opferteile nicht verwerflich.

18Ihm wäre eine Stütze zu erbringen. Sie stimmen überein, daß, wenn man hinsichtlich des Essens der Farren oder ihrer Verbrennung: beabsichtigthat, dies nichtssei. Demnach sind die Farren verwerflich, wenn man dies hinsichtlich der Opferteile beabsichtigt hat. – Nein,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.