Sevachim — Blatt 36a

1DAS INNERHALB ZU SPRENGENDE AUSSERHALB, ODER DAS AUSSERHALB ZU SPRENGENDE INNERHALB ZU SPRENGEN, DASS UNREINE DAVON ESSEN, DASS UNREINE ES DARBRINGEN, DASS UNBESCHNITTENE DAVON ESSEN, DASS UNBESCHNITTENE ES DARBRINGEN, BEIM PESAḤOPFER, DAVON EINEN KNOCHEN ZU ZERBRECHENODER ES HALBROHZU ESSEN, ODER DAS BLUT MIT DEM BLUTE VON UNTAUGLICHEM ZU MISCHEN, SO IST ES TAUGLICH,

2DENN DIE ABSICHT MACHT ES UNTAUGLICH, NUR WENN SIE SICH AUF [DIE VERZEHRUNG] AUSSERHALB DER FRIST ODER DES RAUMES, UND BEIM PESAḤOPFER UND DEM SÜNDOPFER AUCH AUF EINEN ANDEREN NAMEN BEZIEHT.

3GEMARA. Was ist der Grund R. Jehudas? R. Elea͑zar erwiderte: Hinsichtlich des Übriggebliebenen sind zwei Schriftverse vorhanden; ein Schriftvers lautet:ihr sollt nichts davon bis zum Morgen übrig lassen, und ein anderer Schriftvers lautet :er soll nichts davon bis zum Morgen lassen, und da dieser nicht auf das Übriglassen zu beziehen ist, so beziehe man ihn auf die Absicht des Übriglassens. –

4Ist denn nach R. Jehuda dieser Schriftvers hierfür zu verwenden, er ist ja für folgende Lehre nötig!?Und das Fleisch der Schlachtung seines Dank-Heilsopfers, dies lehrt uns, daß das Dankopfer während eines Tages und einer Nacht gegessen werde.

5Woher dies vom Ersatz, den Jungen und dem Umgetauschten? Es heißt: und das Fleisch. Woher dies vom Sündopfer und vom Schuldopfer? Es heißt: Schlachtung.

6Woher, daß auch das Heilsopfer des Nazirs und das Heilsopfer des Pesaḥs einbegriffen sind? Es heißt: seine Heilsopfer. Woher dies von den Broten des Dankopfers und den Kuchen und Fladen des Nazirs? Es heißt: sein Opfer. Hinsichtlich dieser aller lese ich: er soll nichts davon lassen. –

7Es sollte ja nur heißen: ersoll nichts lassen, wenn es aber [auch] heißt: ihr sollt nichts übriglassen, so beziehe man es, da es auf das Übriglassen nicht zu beziehen ist, auf die Absicht des Übriglassens. –

8Erklärlich ist es hinsichtlich des Übriglassens, wie ist es aber hinsichtlich des Hinausbringenszu erklären?

9Ferner beruht ja die Ansicht R. Jehudas auf einer Begründung, denn es wird gelehrt : R. Jehuda sprach zu ihnen: Ihr pflichtet doch wohl bei, daß, wenn man es bis zum folgenden Tage zurückgelassen hat, es untauglich sei, ebenso ist es untauglich, auch wenn man beabsichtigt hat, es bis zum folgenden Tage zurückzulassen. – Vielmehr, die Ansicht R. Jehudas beruht auf einer Begründung. – Demnach sollte doch R. Jehuda hinsichtlich aller Fällestreiten!? –

10Hinsichtlich welcher sollte er streiten: wenn etwa hinsichtlich des Zerbrechens eines Knochens und des Essens von Halbrohem beim Pesaḥopfer, so wird ja dadurch das Opfer nicht untauglich;

11wenn etwa hinsichtlich des Essens von Unreinem und der Darbringungdurch Unreine, so wird ja auch dadurch das Opfer nicht untauglich; und wenn hinsichtlich des Essens von Unbeschnittenen und der Darbringung durch Unbeschnittene, so wird ja das Opfer auch dadurch nicht untauglich. Eine andere Lesart: Wer gehorchtihm.

12Wenn etwa hinsichtlich des Mischens des Blutes mit dem Blute von Untauglichem, so vertritt R. Jehuda hierbei seine Ansicht, daß nämlich Blut das Blut nichtauf hebe ; und wenn etwa hinsichtlich [der Absicht,] das oberhalb zu sprengende unterhalb oder das unterhalb zu sprengende oberhalb zu sprengen, so vertritt R. Jehuda hierbei seine Ansicht, daß nämlich auch die unrichtige Stelle als richtigegilt. –

13Sollte er doch streiten hinsichtlich [der Absicht], das innerhalb zu sprengende außerhalb oder das außerhalb zu sprengende innerhalb zu sprengen!? –

14R. Jehuda ist der Ansicht, esmüsse ein Ort sein, der durch das Blut, das Fleisch und die Opferteile gedreifachtist. –

15Hält denn R. Jehuda von dieser Auslegung, es wird ja gelehrt: R. Jehuda sagte:etwas Schlechtes, dies schließt ein Sündopfer ein, das in der Südseite geschlachtet oder dessen Blut in das Innere gebracht worden ist, daß es untauglich ist!? –

16Hält denn R. Jehuda nicht von dieser Auslegung, wir haben ja gelernt: R. Jehuda sagte: Hat er esversehentlich hineingebracht, so ist es tauglich. Demnach ist es untauglich, wenn vorsätzlich, aber wie wir wissen, nur dann, wenn er gesprengt hat.

17Wenn es da, wo er es hineingebracht hat, nur dann [untauglich] ist, wenn er es gesprengt hat, sonst aber nicht, um wieviel weniger hierbei, wo man es nur beabsichtigt hat!? – Zwei Tannaím streiten über die Ansicht R. Jehudas. –

18Ist R. Jehuda denn der Ansicht, wenn man ein Sündopfer in der Südseite geschlachtet hat,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.