Sevachim — Blatt 37b
1dies lehrt, daß das fehlerbehaftete Erstgeborene dem Priester zu geben ist, was wir sonst in der ganzen Tora nicht finden. –
2Und R. Jišma͑él!? – Dies entnimmt er aus [den Worten] dir soll es gehören am Schlusse. –
3Einleuchtend ist es nach R. Jose dem Galiläer, der ihn auch auf den Zehnten und das Pesaḥopfer bezieht, denn es beißt :sollst du nicht auslösen, denn heilig sind sie, nur diese sind darzubringen, nicht aber ist das Eingetauschte darzubringen.
4Auch haben wir gelernt: Das Eingetauschte der Erstgeborenen und des Zehnten, diese selbst, ihre Jungen, und die Jungen ihrer Jungen, bis ans Ende der Welt, gleichen dem Erstgeborenen und dem Zehnten, und sie dürfen fehlerbehaftet vom Eigentümer gegessen werden.
5Ferner haben wir gelernt: R. Jehošua͑ sagte, er habe gehört, daß das Eingetauschte des Pesaḥopfers darzubringen sei und daß es nicht darzubringen sei, und er wisse es nichtzu erklären.
6Woher aber weiß R. Jišma͑él, der den ganzen [Schriftvers] auf das Erstgeborene bezieht, daß das Eingetauschte des Zehnten und des Pesaḥopfers nicht darzubringen sei!? – Hinsichtlich des Zehnten entnimmt er es aus [dem Worte] vorübergehen, das auch beim Erstgeborenen gebraucht wird,
7und vom Pesaḥopfer ist dies ausdrücklich geschrieben. Es heißtSchaf, wozu heißt es wenn ein Schaf? Dies schließt das Eingetauschte des Pesaḥopfers nach dem Pesaḥfeste ein, daß es als Heilsopfer dargebracht werde. Man könnte glauben, auch vor dem Pesaḥfeste, so heißt es es. –
8Woher wissen all jene Autoren, die [den Schriftvers:] das Blut deines Schlachtopfers ist auszugießen, für andere Auslegungen verwenden, daß man bei dem, was auf den äußeren Altar zu sprengen ist, Sühne erlangt hat, auch wenn man nur eine Sprengung aufgetragen hat? – Sie sind der Ansicht der Schule Hillels, welche sagt, auch wenn man beim Sündopfer nur eine Sprengung aufgetragen hat, habe man Sühne erlangt, und vom Sündopfer entnehmen sie es hinsichtlich aller übrigen.
9BEIM SÜNDOPFER ABER, NUR WENN ZWEI SPRENGUNGEN. R. Hona sagte : Folgendes ist der Grund der Schule Šammajs :
10[es heißt] Hörner, Hörner, Hörner, das sind also sechsmal, viermal als Gebot, und zweimal, daß es unerläßlich ist.
11Die Schule Hillels aber erklärt: Hörner, Hörner, Hörner, das sind viermal, dreimal als Gebot, und einmal, daß es unerläßlich ist –
12Vielleicht alle als Gebot!? – Wir finden keine Sühne ganz ohne [Sprengung].
13Wenn du aber willst, sage ich, folgendes sei der Grund der Schule Hillels: maßgebend ist die Lesart und maßgebend ist die Überlieferung; maßgebend ist die Lesart, eine hinzuzufügen, und maßgebend ist die Überlieferung, eine zu vermindern. –
14Es heißt ja auch Ṭoṭepheth, ṭoṭepheth, totaphoth, das sind also vier; demnach sollten auch hierbei die Lesart und die Überlieferung maßgebend sein, somit wären fünf Gehäuseerforderlich!? –
15Er ist der Ansicht R. A͑qibas, welcher erklärte: ṭaṭ heiße in Kathphe zwei und path heiße in Afrika zwei. –
16Es heißt ja auch Hütte, Hütte, Hütten; demnach sollten auch hier die Lesart und die Überlieferung maßgebend und fünf Wände erforderlich sein!? –
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.