Sevachim — Blatt 38a
1Hierbei ist eines an sich nötig, eines wegen der Bedachung und die überlieferte Halakhareduziert die dritte [Wand] auf eine Handbreite. –
2Es heißt ja auch:sie soll šibimunrein sein; demnach sollte auch hierbei sowohl die Lesart als auch die Überlieferung maßgebend sein, somit müßte siezwei-undvierzig[Tage in Unreinheit] verweilen!? –
3Anders verhält es sich hierbei, denn es heißt:wie während ihrer Menstruation.
4Folgender Autor aber entnimmt es hieraus: Er sühne, er sühne, er sühne, dies ist wegen der Schlußfolgerung nötig.
5Man kann einen Schluß folgern: untenwird von Blut gesprochen und ebenso wird obenvon Blut gesprochen, wie man beim unteren Blutsprengen Sühne erlangt, auch wenn man nur einmal gesprengt hat, ebenso hat man beim oberen Blutsprengen Sühne erlangt, auch wenn man nur einmal gesprengt hat.
6Oder aber wie folgt: bei den inneren [Opfern]wird von Blut gesprochen und bei den äußeren wird von Blut gesprochen, wie es nun bei den inneren ungültig ist, wenn man auch nur eine der Sprengungen unterlassen hat, ebenso ist es bei den äußeren ungültig, wenn man auch nur eine der Sprengungen unterlassen hat.
7Man erwäge daher, mit wem sie zu vergleichen sind; man schließe von den äußeren [Sprengungen] auf die äußeren, nicht aber von den inneren auf die äußeren. Oder aber wie folgt: man folgere hinsichtlich ‘Sündopfer und vier Hörner’ von ‘Sündopfer und vier Hörner’, nicht aber von äußeren [Opfern], die nicht ‘Sündopfer und vier Hörner’ sind.
8Es heißt daher: er sühne, er sühne, er sühne, (wegen der Schlußfolgerung:) er sühne, auch wenn er nur drei Sprengungen auf getragen hat, er sühne, auch wenn er nur zwei aufgetragen hat, er sühne, auch wenn er nur eine aufgetragen hat. –
9Sie sind ja an sichnötig !? Raba erwiderte: Meister Bar Ada erklärte es mir. Die Schrift sagt: er schaffe Sühne und es soll ihm vergeben werden. Sühne und Vergebung sind identisch. –
10Vielleicht aber: er sühne, auch wenn er dreimal oberhalbund einmal unterhalb auf getragen hat, er sühne, auch wenn er zweimal unterhalb und zweimal oberhalb aufgetragen hat, er sühne, auch wenn er nicht oberhalb sondern nur unterhalb auf getragen hat!?
11R. Ada b. Jiçḥaq erwiderte : Demnach hast du ja das Gesetz von den vier Hörnernaufgehoben. – Wenn der Allbarmherzige dies gesagt hat, so mag es doch aufgehoben werden!?
12Rabh erwiderte: Das, worauf die dreimalige [Wiederholung] sich bezieht, sind ja die Hörner. –
13Vielleicht: er sühne, auch wenn er einmal oberhalb und dreimal unterhalb auf getragen hat!? – Wir finden keine Blutsprengung, die zur Hälfte oberhalb und zur Hälfte unterhalb erfolgt. –
14Etwa nicht, wir haben ja gelernt, daß er davoneinmal oben und siebenmal unten sprengte!? – Wie ausholend. –
15Was heißt: wie ausholend? R. Jehuda zeigte : wie beim Schlagen. –
16Er sprengte siebenmal auf die Glanzfläche des Altars;
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.