Sevachim — Blatt 40a

1Der Meister sagte: Ich weiß dies von den sieben Besprengungen, die immer unerläßlich sind. Wobei? R. Papa erwiderte : Bei der [roten] Kuh und beim Aussatz.

2«Woher dies von den vier Sprengungen? Es heißt: so verfahre er.» Die sieben Besprengungen wohl deshalb, weil sie geschrieben und wiederholt sind, und auch die vier Sprengungen sind ja geschrieben und wiederholt!?

3R. Jirmeja erwiderte: Dies ist nach R. Šimo͑nnötig, denn es wird gelehrt: Obenheißt es [statt] Horn Hörner, das sind zwei, und untenheißt es [statt] Horn Hörner, zusammen vier – so R. Šimo͑n.

4R. Jehuda sagt, dies sei nicht nötig; es heißtim Offenbarungszelte, auf alle im Offenbarungszelte. – Wofür verwendet R. Jehuda [die Worte] so verfahre er? –

5Diese verwendet er für folgende Lehre: Woher ist das Stützen und das Fortgießen des zurückgebliebenen Blutes beim Farren des Versöhnungstages, bei dem dies nicht gelehrt wird, zu entnehmen? Es heißt: so verfahre er. –

6Wird dies denn vom Farren des Versöhnungstages nicht gelehrt, du sagst ja: mit dem Farren, das ist der Farre des Versöhnungstages!? –

7Sie sind nötig; man könnte glauben, diesgelte nur von einem Dienste, von dem die Sühne abhängt, nicht aber von einem Dienste, von dem die Sühne nicht abhängt, so lehrt er uns. –

8Wofür verwendet R. Šimo͑n [die Worte] im Offenbarungszelte? – [Die Worte] im Offenbarungszelte deuten darauf, daß, wenn ein Balken im Tempel schadhaft ist, er nicht besprenge. – Und jener!? – Aus der. – Und der andere!? – Er legt das der nicht aus.

9Abajje sagte: Diesist auch nach R. Jehuda nötig; man könnte glauben, wie das Stützen und das Fortgießen des zurückbleibenden Blutes nicht unerläßlich sind, obgleich sie geschrieben und wiederholt sind, ebenso seien auch die vier Sprengungen nicht unerläßlich, so lehrt er uns.

10«Mit dem Farren, das ist der Farre des Versöhnungstages.» In welcher Hinsicht, wenn hinsichtlich der Unerläßlichkeit, so ist dies ja selbstverständlich, hierbei heißt es ja Satzung!?

11R. Nahman b. Jiçḥaq erwiderte: Dies ist nach R. Jehuda nötig, welcher sagt, [das Wort] Satzung beziehe sich nur auf die Verrichtungen, die in weißen Gewänderninnen erfolgen, hat er eine spätere früher verrichtet, so ist es ungültig;

12bei den Verrichtungen aber, die in weißen Gewändern außen erfolgen, ist es gültig, wenn eine spätere früher erfolgt ist. Man könnte nun glauben, da die Reihenfolge nicht unerläßlichist, seien auch die Besprengungennicht unerläßlich, so lehrt er uns.

13R. Papa wandte ein: Wieso kannst du dies sagen, es wird ja gelehrt:Wenn er vollendet hat die Sühne des Heiligtums, hat er gesühnt, so hat er vollendet, hat er nicht gesühnt, so hat er nicht vollendet – so R. A͑qiba.

14R. Jehuda sprach zu ihm: Weshalb sollten wir nicht auslegen: hat er vollendet, so hat er gesühnt, hat er nicht vollendet, so hat er nicht gesühnt!?

15Vielmehr, erklärte R. Papa, ist dies wegen [der Worte] den, Blut und tauchennötig. Dendeutet, wie R. Aḥa b. Ja͑qob sagte, darauf, daß es tauglich sei,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.