Sevachim — Blatt 43b

1Opfergliede, das verbundenist, nicht aber vom Haufen, der getrenntist, so lehrt er uns.

2R. Aḥaj sagte: Daher lege man, wenn vom verwerflichen Haufen die Hälfte auf der Erde liegt und die Hälfte auf dem Holzstoße und das Feuer sie erfaßt hat, auch die andere von vornherein hinauf.

3R. Jiçḥaq sagte im Namen R. Joḥanans : Hat man Verwerfliches, Übriggebliebenes oder Unreines auf den Altar gelegt, so ist das ihnen anhaftende Verbot geschwunden. R. Ḥisda sprach : Herr dieses, ist etwa der Altar ein Reinigungsbad!? R. Zera erwiderte: Wenn sie vom Feuer erfaßt worden sind.

4R. Jiçḥaq b. Bisna wandte ein : Manche sagen:Und seine Unreinheit ihm anhaftet, von dem die Unreinheitschwinden kann, ausgenommen ist das Fleisch, von dem die Unreinheit nicht schwindet. Wenn dem so ist, schwindet ja durch das Feuer die Unreinheit auch davon!?

5Raba erwiderte: Wir meinen, durch ein Tauchbad. – Spricht etwa die Schrift von einem Tauchbade!? Vielmehr, erklärte R.Papa, hier wird vom Heilsopferfleische gesprochen, das zur Darbringung nicht geeignet ist.

6Rabina erklärte: Und seine Unreinheit ihm anhaftet, von dem die Unreinheit schwindet, wenn es vollständig ist, ausgenommen ist das Fleisch, von dem die Unreinheit nicht schwindet, wenn es vollständig ist, sondern erst wenn es unvollständigist.

7Der Text. Und seine Unreinheit ihm anhaftet; die Schrift spricht von der Unreinheit des Körpers.

8Du sagst, von der Unreinheit des Körpers, vielleicht ist dem nicht so, sondern von der Unreinheit des Fleisches? Dortheißt es Unreinheit und hier heißt es Unreinheit, wie die Schrift dort von der Unreinheit des Körpers spricht, ebenso spricht die Schrift auch hier von der Unreinheit des Körpers.

9R. Jose erklärte: Von den Opfern wird in der Mehrzahl und von der Unreinheit wird in der Einzahl gesprochen, somit spricht die Schrift von der Unreinheit des Körpers. Rabbi erklärte:Und er ißt, die Schrift spricht also von der Unreinheit des Körpers. Manche erklären: Und seine Unreinheit ihm anhaftet, von dem die Unreinheit schwinden kann, ausgenommen ist das Fleisch, von dem die Unreinheit nicht schwindet.

10Der Meister sagte: Rabbi erklärte: Und er ißt, die Schrift spricht also von der Unreinheit des Körpers. Wieso geht dies hieraus hervor? Raba erwiderte: Ein Schriftvers, den R. Jiçḥaq b. Evdämi nicht erklärt hat, und eine Barajtha, die R. Zee͑ri nicht erklärt hat, sind nicht erklärt.

11R. Jiçḥaq b. Evdämi erklärte es wie folgt: Die Schrift beginntmit der weiblichen Form und schließt mit der weiblichen Form und in der Mitte wird die männliche Formgebraucht, somit spricht die Schriftvon der Unreinheit des Körpers.

12Eine Barajtha, denn es wird gelehrt: Wozu werden, wenn die Leichtengenannt sind, die Schweren genannt, und wozu werden, wenn die Schweren genannt sind, die Leichten genannt? Würden nur die Leichten und nicht die Schweren genannt worden sein, so könnte man glauben, bei den Leichten begehe man ein Verbot und auf die Schweren sei die Todesstrafe zu setzen, deshalb werden auch die Schweren genannt. Und würden nur die Schweren und nicht die Leichten genannt worden sein, so könnte man glauben, man sei nur wegen der Schweren schuldig, wegen der Leichten aber frei, deshalb werden auch die Leichten genannt.

13Welche sind nun die Leichten und welche sind die Schweren: wollte man sagen, Leichtes sei der Zehnt und Schweres sei die Hebe, wieso [heißt es], man würde gesagt haben, darauf sei die Todesstrafe zu setzen, darauf ist ja die Todesstrafe gesetzt!?

14Und wieso würde man ferner, wenn es nicht genannt worden wäre, gefolgert haben, daß darauf die Todesstrafe zu setzen sei, es genügt ja, wenn das Gefolgerte dem gleicht, von dem es gefolgertwird!?

15Wollte man sagen, Leichtes sei die Unreinheit eines Kriechtieres und Schweres sei die Unreinheit einer Leiche, –

16wobei, wenn bei der Hebe, so ist ja bei beiden die Todesstrafe gesetzt!? Und wieso [heißt es] ferner, deshalb werden auch die Schweren genannt, daß darauf nur ein Verbot gesetzt sei, darauf ist ja die Todesstrafe gesetzt!? (Und wieso würde man ferner, wenn es nicht genannt worden wäre, gesagt haben, darauf sei die Todesstrafe gesetzt, es genügt ja, wenn das Gefolgerte dem gleicht, von dem es gefolgert wird!?)

17Und wenn etwa beim Zehnten,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.