Sevachim — Blatt 46b

1Eine als Generalisierung, eine als Spezialisierungund eine wegen der Dinge, die nicht gegessen werden. –

2Was schließt sie aber nach R. Šimo͑n ein, welcher sagt, bei Dingen, die nicht gegessen werden, sei man nicht wegen Unreinheit schuldig!? – Diese schließt die inneren Sündopfer ein;

3man könnte glauben, da R. Šimo͑n der Ansicht ist, man sei bei Dingen, die nicht gleich dem Heilsopfer auf dem äußeren Altar hergerichtet werden, nicht wegen Verwerflichem schuldig, sei man bei diesen auch nicht wegen Unreinheit schuldig, so lehrt er uns.

4NACH R. ŠIMO͑N IST MAN SCHULDIG NUR BEI DINGEN, DIE MAN ZU ESSEN PFLEGT &C. Es wurde gelehrt: R. Joḥanan und Reš Laqiš, R. Elea͑zar und R. Jose b. R. Ḥanina,

5einer von dem einen Paare und einer von dem anderen Paare [streiten]; einer sagt, sie streiten nur über die Unreinheit des Fleisches; bei Unreinheit des Körpers aber stimmen alle überein, daß dieserhalb nicht zu geißeln ist,

6und einer sagt, wie sie über das eine streiten, streiten sie auch über das andere, denn wie es hiervon heißt:und das Fleisch, das mit etwas Unreinem in Berührung kommt, so heißt es hiervon auch:und seine Unreinheit ihm anhaftet.

7So lehrte es R. Ṭabjomi; R. Kahana aber bezieht [den Streit] der beiden Paare auf den Schlußsatz. Einer sagt, sie streiten nur über die Unreinheit des Körpers, bei Unreinheit des Fleisches aber stimmen alle überein, daß er zu geißeln ist, und einer sagt, wie sie über das eine streiten, streiten sie auch über das andere.

8Raba sagte: Die Ansicht desjenigen, welcher sagt, sie streiten über das eine wie über das andere, ist einleuchtend, denn da es hiervon nicht heißt: und seine Unreinheit ihm anhaftet, so heißt es hiervon auch nicht: und das Fleisch, das mit etwas Unreinem in Berührung kommt, soll nicht gegessen werden.

9Der Meister sagte ja aber [das Wort] und das Fleisch schließe das Holz und den Weihrauch ein!? – Nur hinsichtlich der Untauglichkeit.

10UNTER SECHS NENNUNGEN WIRD DAS OPFER DARGEBRACHT: AUF DEN NAMEN DES OPFERS, AUF DEN NAMEN DES OPFERNDEN, AUF DEN NAMEN GOTTES, ALS FEUEROPFER, ALS DUFTEND UND ALS ANGENEHM; DAS SÜNDOPFEU UND DAS SCHULDOPFER AUCH UNTER NENNUNG DER SÜNDE.

11R. JOSE SAGT, AUCH WENN MAN AN EINE DIESER NENNUNGEN IM HERZEN NIGHT GEDACHT HAT, SEI ES TAUGLICH, DENN ESIST EINE GERICHTLICHE BESTIMMUNG; MASSGEBEND IST NUR DIE ABSICHT DES DIENSTTUENDEN.

12GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Ein Brandopferauf den Namen eines Brandopfers, nicht aber auf den Namen eines Heilsopfers. Ein Feueropfer auf den Namen eines Feueropfers, nicht aber als Braten.

13‘Als duftend’, sie müssen duftend sein, ausgenommen der Fall, wenn man die Opferglieder gebraten und nachher hinaufgelegt hat. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs: Wenn man Opferglieder gebraten und nachher hinaufgelegt hat, so gelten sie nicht mehr als duftend.

14‘Als angenehm’, für den, durch dessen Ausspruch die Welt entstanden ist.

15R. Jehuda sagte im Namen Rabhs : Hat man ein Sündopfer auf den Namen eines Brandopfers geschlachtet, so ist es untauglich, wenn aber auf den Namen von Profanem, so ist es tauglich. R. Elea͑zar sagte : Folgendes ist der Grund Rabhs:und sie sollen die heiligen Gaben der Kinder Jismaéls nicht entweihen; Heiliges kann Heiliges entweihen, Profanes aber kann Heiliges nicht entweihen.

16Rabba wandte ein : R. Jose sagt, auch wenn jemand an eine dieser Nennungen im Herzen nicht gedacht hat, sei es tauglich, denn es ist eine gerichtliche Bestimmung. Also nur dann, wenn er nichts gedacht hat, wenn er aber gedacht hat, daß es Profanes sein soll, ist es untauglich!?

17Abajje erwiderte ihm: Vielleicht ist es, wenn er an nichts gedacht hat, tauglich und macht auch wohlgefällig, und wenn auf den Namen von Profanem, tauglich und macht nicht wohlgefällig.

18R. Elea͑zar sagte : Hat man ein Sündopfer auf den Namen von Profanem geschlachtet, so ist es tauglich, wenn aber als Profanes, so ist es untauglich. So fragte Šemuél den R. Hona:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.