Sevachim — Blatt 47a

1Woher, daß, wenn man sich bei Opfern nur beschäftigt, sie untauglich sind? – Es heißt:er soll das junge Rind vor dem Herrn schlachten, das Schlachten muß auf den Namen des jungen Rindes erfolgen.

2Jener entgegnete: Das wissen wir; woher aber, daß dies unerläßlichist? Dieser erwiderte:zu eurer Wohlgefälligkeit sollt ihr es schlachten, das Schlachten muß mit eurem Wissen erfolgen.

3MASSGEBEND IST NUR DIE ABSICHT DES DIENSTTUENDEN. Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Elea͑zar b. R. Jose sagte: Ich hörte, der Eigentümer könne verwerflich machen. Raba sagte: Folgendes ist der Grund des R. Elea͑zar b. R. Jose, die Schrift sagt:es bringe der Darbringende.

4Abajje sagte: R. Elea͑zar b. R. Jose, R. Elie͑zer und R. Šimo͑n b. Elea͑zar sind alle der Ansicht, daß, wenn der eine die Absicht hegt und der andere den Dienst verrichtet, die Absicht gültig sei. R. Elea͑zar b. R. Jose, wie wir bereits gesagt haben.

5R. Elie͑zer, denn wir haben gelernt: Schlachtet jemand für einen Nichtjuden, so ist das Schlachten tauglich, nach R. Elie͑zer aber untauglich.

6R. Šimo͑n b. Elea͑zar, denn es wird gelehrt : R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte eine Regel: Wegen einer Sache, die sich zur Aufbewahrung nicht eignet, oder [in der Größe], die man sonst nichtaufbewahrt, die aber jemand aufbewahrtund ein anderer hinausgetragen hat, ist der andere durch den Willen des ersten schuldig.

7Beide halten von der Lehre des R. Elea͑zar b. R. Jose, denn wenn dies außerhalbgilt, um wieviel mehr innerhalb.

8R. Elea͑zar b. R. Jose hält nichts von den Lehren dieser, denn dies gilt vielleicht nur innerhalb, nicht aber außerhalb.

9R. Šimo͑n b. Elea͑zar hält von der Lehre R. Elie͑zers, denn wenn dies beim Šabbathgesetze gilt, um wieviel mehr beim Götzendienste.

10R. Elie͑zer hält nichts von der Lehre des R. Šimo͑n b. Elea͑zar, denn dies gilt vielleicht nur beim Götzendienste, weil es dem Dienste innerhalb gleicht, nicht aber beim Šabbathgesetze, wobei die Tora nur die bezweckte Arbeit verboten hat.

11WELCHES IST DER PLATZ FÜR DIE SCHLACHTOPFER? BEIM HOCHHEILIGEN ERFOLGT DAS SCHLACHTEN AUF DER NORDSEITE.

12BEIM FARREN UND DEM ZIEGENBOCKE DES VERSÖHNUNGSTAGES ERFOLGT DAS SCHLACHTEN AUF DER NORDSEITE UND DIE BLUTAUFNAHME MIT EINEM DIENSTGEFÄSSE AUF DER NORDSEITE; IHR BLUT BENÖTIGT DES SPRENGENS ZWISCHEN DEN STANGEN, AUF DEN VORHANG UND AUF DEN GOLDENEN ALTAR; KEINE EINZIGE DIESER SPRENGUNGEN IST UNERLÄSSLICH. DAS ZURÜCKBLEIBENDE BLUT GOSS ER AUF DAS WESTLICHE FUNDAMENT DES ÄUSSEREN ALTARS; HAT ER ES UNTERLASSEN, SO IST DIES KEIN HINDERNIS.

13BEI DEN ZU VERBRENNENDEN FARREN UND DEN ZU VERBRENNENDEN ZIEGENBÖCKEN ERFOLGT IHRE SCHLACHTUNG AUF DER NORDSEITE UND DIE BLUTAUFNAHME MIT EINEM DIENSTGEFÄSSE AUF DER NORDSEITE; IHR BLUT BENÖTIGT DES SPRENGENS AUF DEN VORHANG UND AUF DEN GOLDENEN ALTAR;

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.