Sevachim — Blatt 49a

1dies ist ja beim [zweiten] Zehntender Fall; er selbst darf ausgelöst werden, während das für den Erlös des Zehnten Gekaufte nicht ausgelöst werden darf!? Wir haben nämlich gelernt: Ist das für den Erlös vom Zehnten Gekaufte unrein geworden, so ist es auszulösen; R. Jehuda sagt, es sei zu begraben. Nur wenn es unrein geworden ist, sonst aber nicht. –

2Bei diesem ist die Heiligkeit nicht so stark, um den Erlös zu erfassen. –

3Dies ist ja aber beim Eingetauschtender Fall; die Heiligung erfaßt nicht ein dauernd fehlerbehaftetes[Tier], dieses aberwohl!? –

4Am Eingetauschten haftet die Kraft des Opfertieres, während am Opfertiere die Kraft des Profanen haftet. –

5Dies ist ja aber beim Pesaḥopfer der Fall; bei diesem selbst sind Stützen, Gußopfer und Schwingen von Brust und Schenkel nicht erforderlich, ist es aber Zurückbleibendes, so sind Stützen, Gußopfer und Schwingen von Brust und Schenkel erforderlich!? –

6Das Pesaḥopfer ist an den übrigen Tagen des Jahresein Heilsopfer.

7Wenn du aber willst, sage ich: die Schrift sagt das Brandopfer, es erfolge auf dieser Stelle. –

8Woher, daß beim Schuldopfer die Nordseite erforderlich ist? – Es heißt :am Orte, wo man das Brandopfer schlachtet, schlachte man das Schuldopfer. –

9Wir wissen dies vom Schlachten, woher dies von der [Blut]aufnahme? – Und sein Blut sprenge man, auch die Aufnahme des Blutes erfolge auf der Nordseite. –

10Woher dies vom Aufnehmenden? – Sein Blut, und sein Blut. –

11Wir wissen dies hinsichtlich des Gebotes, woher dies hinsichtlich der Unerläßlichkeit? – Es gibt noch einen anderen Schriftvers:er schlachte das Lamm. –

12Ist dieser denn hierfür zu verwenden, er ist ja für folgende Lehre nötig!? Wenn etwas in der Gesamtheit einbegriffen war und wegen einer neuen Sache ausgeschieden worden ist, so darfst du es nicht wieder in die Gesamtheit bringen, bis die Schrift es ausdrücklich wieder einschließt.

13Ein Beispiel: Er schlachte das Lamm am Orte, wo man das Sündopfer und das Brandopfer schlachtet, am heiligen Orte, denn wie das Sündopfer ist das Schuldopfer &c. Die Worte wie das Sündopfer ist das Schuldopfer sind ja überflüssig, was lehren sie?

14Da das Schuldopfer des Aussätzigen besonders hervorgehoben worden ist, um etwas neues zu lehren, nämlich [die Besprengung] des Daumens, des großen Zehs und des rechten Ohrs, so könnte man glauben, dieses benötige nicht des Blutsprengens und des [Aufräucherns der] Opferteile auf dem Altar,

15so heißt es: wie das Sündopfer ist das Schuldopfer, wie beim Sündopfer Blutsprengen und [Aufräuchern der] Opferteile auf dem Altar erforderlich sind, ebenso sind auch beim Schuldopfer des Aussätzigen Blutsprengen und [Auf räuchern der] Opfer teile auf dem Altar erforderlich. –

16Demnachsollte esbei diesem und nicht bei jenemgeschrieben worden sein. –

17Allerdings, wenn wir der Ansicht sind, daß, wenn etwas wegen einer neuen Lehre ausgeschieden worden ist, so ist von der Gesamtheit nicht auf dieses zu schließen,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.