Sevachim — Blatt 58b
1denn es wird gelehrt : R. Jose sagte : Man merke sich folgendes : was vom inneren [Altar] genommen und auf den äußeren getan wird, wird auf die dem inneren möglichst nächste Stelle getan,
2und was vom äußeren genommen und auf den inneren getan wird, wird von der dem inneren möglichst nächsten Stelle genommen.
3Was ist nun das, was vom inneren genommen und auf den äußeren getan wird, wollte man sagen, zurückbleibendes [Blut], so heißt es ja davon ausdrücklich:auf das Fundament des Brandopfer-Altars, an der Tür des Offenbarungszeltes.
4Und was ist ferner das, was vom äußeren genommen und auf den inneren getan wird, wenn die Kohlenam Versöhnungstage, so heißt es ja von diesen ausdrücklich-er nehme eine Pfanne mit Feuerkohlen &c.
5Vielmehr, was vom inneren genommen und auf den äußeren getan wird, das sind die zwei Schalen Weihrauch von den Schaubroten, hinsichtlich welcher esvom zurückbleibenden Blute gefolgert wird;
6und was vom äußeren genommen und auf den inneren getan wird, das sind die Kohlen an den gewöhnlichenTagen, hinsichtlich welcher esvon den Kohlen am Versöhnungstage gefolgert wird.
7Welcher Ansicht ist er nun: ist er der Ansicht, der ganze Altar habe auf der Südseite gestanden, so müßte man ja siebenundzwanzig [Ellen] einziehen,
8und wenn er auch der Ansicht sein sollte, die Heiligkeit des Tempels und der Vorhallesei die gleiche, so müßten es ja immerhin zweiundzwanzig sein;
9und ist er der Ansicht, er habe zur Hälfte auf der Nordseite und zur Hälfte auf der Südseite gestanden, so müßten ja elf eingezogen werden, und wenn er auch der Ansicht sein sollte, die Heiligkeit des Tempels und der Vorhalle sei die gleiche, so müßten es immerhin sechssein.
10Wahrscheinlich ist er der Ansicht, der Altar habe vollständig auf der Nordseite gestanden,
11und diese vier Ellensind folgende: eine Elle das Fundament, eine Elle der Sims, eine Elle der Raum der Hörner und eine Elle der Raum für die [Füße der] Priester, denn wenn er weiter eingezogen wird, befindet er sich nicht mehr vor der Tür.
12R. Ada b. Aḥaba erwiderte : Daist R. Jehuda vertreten, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Der Altar stand genau in der Mitte des Vorhofs; er maß zweiunddreißig Ellen, zehn Ellen gegenüber der Tür des Tempels, elf Ellen an der einen Seite und elf Ellen an der anderen Seite. Es ergibt sich also, daß der Altar genau gegenüber dem Tempel stand. –
13Aber immerhin sind ja auch nach R. Jehuda elf [Ellen]einzuziehen, und wenn er auch der Ansicht sein sollte, die Heiligkeit des Tempels und der Vorhalle sei die gleiche, müßten es ja sechs sein!? –
14Du glaubst wohl, die vier Ellen seien mit Einschluß der Elle des Fundamentes und der Elle des Simses zu verstehen, die vier Ellen sind außer der Elle des Fundamentes und der Elle des Simses zu verstehen. –
15Demnachkann man es ja R. Jose addizieren, und zwar hat er in der Mitte gestanden!? – Von R. Jehuda wissen wir, daß er ausdrücklich lehrt, er habe in der Mitte gestanden.
16R. Serebja erklärte: Daist die Ansicht R. Jose des Galiläers vertreten, denn es wird gelehrt: R.Jose der Galiläer sagte: Es heißt:da sollst das Waschbecken stellen zwischen das Offenbarungszelt&c.,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.