Sevachim — Blatt 62a

1oder Höhlen bauen.

2R. Joseph sprach: Dasist es wohl, was wir gelernt haben.Und sie errichteten den Altar auf seinem Gestelle, sie erfaßten sein äußerstesMaß. Es heißt ja aber:Das alles geschriebenvon der Hand des Herrn, er hat mich unterwiesen!?

3Vielmehr, erklärte R.Joseph, siefanden einen Schriftvers und legten ihn aus: Da sprach David: Dies ist das Haus Gottes, des Herrn, und dies ist der Altar für die Brandopfer Jisraéls. Gleich dem Hause, wie das Haus sechzig Ellenmaß, ebenso auch der Altar [bis] sechzig Ellen.

4Allerdings war beim Tempel der Grundrißzu erkennen, woher aber kannten sie [den Platz] für den Altar?

5R. Elea͑zar erklärte: Sie sahen einen erbauten Altar und neben ihm den Erzfürsten Michaélstehen und Opfer darbringen. R. Jicḥaq der Schmied erklärte : Sie sahen an dieser Stelle die Asche Jiçḥaqsliegen. R. Šemuél b. Naḥmani erklärte: Im ganzen Hause rochen sie den Geruch des Räucherwerkes und an dieser Stelle rochen sie den Geruch der [verbrannten] Opferglieder.

6Rabba b. Bar Hana erklärte im Namen R. Johan ans: Drei Propheten zogen mit ihnen aus der Gefangenschaft herauf; einer bekundete ihnen über den Altar, einer bekundete ihnen über den Platz des Altars, und einer bekundete ihnen, daß man Opfer darbringe, auch wenn der Tempel nicht besteht.

7In einer Barajtha wurde gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Drei Propheten zogen mit ihnen aus der Gefangenschaft herauf: einer bekundete ihnen über den Altar und den Platz des Altars, einer bekundete ihnen, daß man Opfer darbringe, auch wenn der Tempel nicht besteht, und einer bekundete ihnen, daß die Tora in assyrischer [Schrift] zu schreiben sei.

8Die Rabbanan lehrten: Die Hörner, die Altarrampe, das Fundament und die Viereckigkeit sind unerläßlich, das Maß seiner Länge, das Maß seiner Breite und das Maß seiner Höhesind nicht unerläßlich. Woher dies!? R. Hona erwiderte: Die Schrift sagtder Altar, und überall, wo es der Altarheißt, ist es unerläßlich. –

9Demnach ist der Putznach Rabbi und der Sims nach R.Jose b. R. Jehuda ebenfalls unerläßlich!? Es heißt:und bringe es unter der Einfassung des Altars an, unten, und hierzu wird gelehrt: Was ist Einfassung? Rabbi sagt, das sei der Putz, und R. Jose b. R. Jehuda sagt, das sei der Sims. –

10Dem ist auch so, denn es wird gelehrt: An jenem Tagewurde ein Horn des Altars beschädigt, und man holte ein Stück Salz und verstopfte es. Nicht etwa, daß er dadurch zum Opferdienste tauglich wäre, vielmehr sollte der Altar nicht beschädigt zu sehen sein. Der Altar nämlich, dem ein Horn, die Rampe, das Fundament oder die Viereckigkeit fehlt, ist unbrauchbar. R. Jose b. R. Jehuda sagt, auch der Simsgehöre dazu.

11Die Rabbanan lehrten: Was ist Einfassung? [Der Raum] von einem Hornzum anderen, wo die Priester umhergingen, eine Elle. – Gingen denn die Priester zwischen denHörnern? – Lies : und wo die Priester umhergingen, eine Elle. –

12Es heißt ja aber:unter seiner Einfassung, von untenbis zur Hälfte!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Es waren zwei, eine zur Verzierung und eine für die Priester, damit sie nicht ausgleiten.

13«Das Maß seiner Länge, das Maß seiner Breite und das Maß seiner Höhe sind nicht unerläßlich.» R. Mani sagte: Nur darf er nicht kleiner sein als der von Moše gefertigte Altar. – Wieviel ist dies? R. Joseph erwiderte: Eine Elle. Da lachten sie über ihn; [es heißt ja:]fünf Ellen lang, fünf Ellen breit, viereckig soll der Altar sein.

14Abajje sprach zu ihm : Vielleicht meint der Meister den Platz für den Holzstoß? Dieser erwiderte: Der Meister ist ein bedeutender Mann und versteht, was ich sage. Über jene aber sprach er:Söhne der Qeṭura.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.